Erstellt am 11. September 2015, 16:46

von APA/Red

710 Notschlafplätze in burgenländischen Pfarren. Angesichts der vielen Flüchtlinge, die derzeit ins Burgenland kommen, bemühen sich auch die Kirchen, Unterkünfte einzurichten. Caritas und katholische Pfarren haben 560 Notschlafplätze zur Verfügung gestellt, berichtete am Freitag "Kathpress".

Im evangelischen Pfarrzentrum in Gols entstand eine Notschlafstelle für kurzfristig bis zu 150 Personen, sagte Pfarrerin Ingrid Tschank.

Etliche Pfarrheime seien ausgeräumt und Freiwillige organisiert worden, berichtete die Caritas der Diözese Eisenstadt am Freitag in einer Aussendung. Die Burgenland-Koordinatorin des Caritas-Krisenstabs, Edith Pinter, rechnete laut "Kathpress" mit einem "schweren Wochenende", Generalsekretär Christoph Schweifer gehe sogar von einem neuen Höhepunkt der Flüchtlingswelle aus.

Zahlreiche Pfarren seien mittlerweile Flüchtlingsherbergen geworden: "Wir können doch nicht zuschauen, wenn Menschen, gezeichnet von den Strapazen der Flucht über die Grenze kommen und dann im Freien bei Wind und Wetter schlafen müssen", meinte etwa Pfarrer Roman Schwarz aus Nickelsdorf. Wie in dem Grenzort stehen auch in vielen Pfarrheimen anderer Gemeinden Notschlafstellen zur Verfügung.

In Mönchhof und Frauenkirchen wurde in den Klöstern Schlafstätten geschaffen, im Caritas Haus St. Nikolaus wurde der Turnsaal geräumt. In Eisenstadt entstanden 150 Schlafplätze im Dompfarrzentrum. Mithilfe des Bundesheeres werden die Flüchtlinge bei Bedarf in die jeweiligen Unterkünfte transportiert.

Auch im evangelischen Pfarrzentrum in Gols waren Freitagvormittag bereits die ersten Flüchtlinge eingetroffen. Es herrsche eine "ganz große Hilfsbereitschaft" in der Bevölkerung, so Tschank: "Wir haben viele Helfer, die kommen und uns ihre Hände und Füße zur Verfügung stellen."