Erstellt am 16. Mai 2013, 15:09

Flugdächer an Grenzübergängen werden abgerissen. An sechs Grenzübergängen rollen schon bald die Abbruchmaschinen an: Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hatte die Flugdächer an den einstigen Kontrollstellen zum Abriss ausgeschrieben.

Grenzüberwachung durch Fußstreife  |  NOEN
Den Anfang machte der Grenzübergang Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf, wo am Donnerstag mit dem Abtragen der Dachkonstruktion begonnen wurde.

Ein Kriterium bei der Ausschreibung war, dass die Demontage und der Abtransport selbst und zudem fachgerecht durchzuführen sei. Mehr als 50 Interessenten hätten sich zunächst gemeldet, so BIG-Sprecher Ernst Eichinger. Der Kreis derjenigen, die die Unterlagen zurücksandten, sei dann schon deutlich erlesener geworden.

Metall soll in einem Stahlwerk in Linz oder Graz geschmolzen werden

Die Wahl fiel auf die Demonta Group, einen tschechischen Konzern mit einer Zweigniederlassung in Kärnten. Damit habe man ein Unternehmen ausgewählt, dass alle sechs Grenzübergänge abbaut. Neben Deutschkreutz sind dies Nickelsdorf, Klingenbach, Rattersdorf sowie Heiligenkreuz im Lafnitztal und Bonisdorf. "Der Abbruch soll heuer im Sommer passieren", so Eichinger. Hätte die BIG selbst für den Abriss aufkommen müssen, hätte dies pro Übergang - je nach Größe und Aufwand - etwa 15.000 bis 30.000 Euro gekostet.

Die Flugdächer, unter denen einst die Reisenden den Grenzorganen ihre Pässe zeigten, müssten nun so abgebaut werden, dass sie in der Stahlindustrie weiterverarbeitet werden können, so Robert Riepl von der Demonta Group. In einem österreichischen Stahlwerk - in Linz oder in der Marienhütte in Graz - soll das Metall dann geschmolzen werden.

An allen sechs Standorten müssten insgesamt rund 500 bis 600 Tonnen Schrott beseitigt werden, so Riepl. Als nächstes werde der Demontagetrupp in Klingenbach und dann voraussichtlich in Nickelsdorf Station machen. Die BIG hat unterdessen bereits die Suche nach Interessenten für den Abriss der Flugdächer bei insgesamt acht früheren niederösterreichischen Grenzstationen gestartet. Auch hier wolle man noch im Sommer mit dem Abbruch beginnen, so Eichinger.