Erstellt am 16. April 2012, 11:28

Gespräch Grasser-Schüssel im U-Ausschuss?. In der U-Ausschusssitzung am Dienstag könnte ein abgehörtes Telefonat zwischen Ex-Kanzler Schüssel und Ex-Finanzminister Grasser zum Thema werden.

Der parlamentarische Korruptions-Untersuchungsausschuss beschäftigt sich dann erstmals mit dem Skandal um die Buwog-Privatisierung, dabei ist Grasser selbst als Zeuge geladen.

Bei dem Gespräch zwischen ihm und Ex-Kanzler Schüssel dürfte es um die Buwog gegangen sein, wie Ausschuss-Mitglieder am Montag der APA sagten. Das Nachrichtenmagazin""profil", das in seiner aktuellen Ausgabe über dieses Telefonat berichtete, hat aus medienrechtlichen Gründen keine Inhalte aus dem Abhörprotokoll veröffentlicht.

Das Gespräch hat jedenfalls 17 Minuten gedauert und fand am 4. September 2010 statt. Knapp ein Jahr später erfuhr der Ex-Kanzler von der Abhöraktion und versuchte daraufhin, das Protokoll aus der Welt zu schaffen, wie "profil" schreibt. Wenige Tage nachdem die Abschrift des abgehörten Telefonats bei Schüssel eingelangt war, trat dieser von seinem Nationalratsmandat zurück.

Am 5. September 2011 erklärte Schüssel seinen Rückzug aus der Politik. Mit Hinweis auf die damals bereits laufenden Untersuchungen im Telekom-Komplex sagte er damals: "Ich will dazu beitragen, eine objektive, eine von jeder politischen Beeinflussung oder medialen Vorverurteilung unabhängige Aufklärung durch die Justiz zu erleichtern."

Das Protokoll des Gesprächs mit Grasser wurde mittlerweile vernichtet, dem U-Ausschuss liegt es dennoch vor. Schüssels Anwalt, Werner Suppan, war am Montag für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Im "profil" begründet er die von ihm verlangte Löschung des Abhörprotokolls damit, dass "der Inhalt des Gesprächs keinerlei Relevanz in Bezug auf die Erhebungen und den Erhebungsgegenstand hatte".