Erstellt am 18. Juli 2011, 13:42

Gesundheitsgefährdende Stoffe in Kinderbadeschuhen. Die Arbeiterkammer Burgenland (AK) hat vom Umweltbundesamt 17 Badeutensilien nach Schadstoffen untersuchen lassen.

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Das zunächst "erfreuliche" Ergebnis - 14 Produkte waren gesundheitlich unbedenklich - sei schnell getrübt worden, sagte AK-Konsumentenschützerin Eva Schreiber bei einer Pressekonferenz am Montag in Eisenstadt: "Drei Produkte wurden mit einem 'nicht genügend' bewertet". Bei einem Paar Flip Flops, das in einer Filiale von KiK gekauft wurde, habe man zwei Arten des krebserregenden Stoffs PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) festgestellt. PAK sind in Kohle und Erdöl enthalten und werden als Bestandteile von Weichmacherölen bei der Herstellung von Gummi und anderen Elastomeren verwendet. Dadurch können diese Stoffe auch in Produkte wie Spielzeug, Sportartikel und Schuhe gelangen, erklärte Sabine Cladrowa, Leiterin der Abteilung Chemikalien im Umweltbundesamt. Da die Badeschuhe sehr lange und unmittelbar am Körper, also barfuß getragen werden, könne die Haut PAK direkt aufnehmen, was zu einer Erhöhung des Krebsrisikos führen könne, erläuterte die AK-Konsumentenschützerin. Wer mehr Geld für die Badeschuhe seiner Kinder ausgibt, sei nicht automatisch auf der sicheren Seite. "Wir haben den gesundheitsgefährdenden Kunststoffweichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat) auch bei den beliebten und nicht unbedingt billigen 'Crocs', ein Produkt der Firma Vögele, nachgewiesen", so Schreiber. Dieser Kunststoffweichmacher sei zwar, anders als PAK, nicht krebserregend, beeinträchtige allerdings besonders bei Buben die Fruchtbarkeit, klärte Cladrowa auf. Auch bei einem weiteren Paar Kinderbadeschuhe, dass die AK bei der Firma Deichmann erworben hat, wurde DEHP nachgewiesen. Die beiden Unternehmen Deichmann und Vögele "respektierten" das Untersuchungsergebnis und hätten sich laut AK auch durchaus betroffen gezeigt. Die Produkte habe man bereits aus dem Sortiment genommen, "zumindest in den Filialen in Eisenstadt", sagte Schreiber. KiK meinte zunächst in einer ersten Stellungnahme, dass es sich um eine "verfehlte" Beurteilung handle. Mittlerweile habe man allerdings ebenso das Produkt aus dem Sortiment genommen. "Wir lassen eine größere Menge Flip Flops nun noch einmal in einem Labor testen. Abhängig vom Ergebnis wird es möglicherweise auch einen Rückrufaktion geben", so KiK-Geschäftsführer Wolfgang Seebacher. Generell rät die AK Eltern, darauf zu achten, dass Kinder diese Schuhe nicht den ganzen Tag über tragen, sagte Schreiber. Besondere Erkennungsmerkmale gebe es im Übrigen keine. Weder am Geruch noch am Herstellerland könne man sich orientieren und somit den Kauf von möglicherweise gesundheitsgefährdenden Badeutensilien vermeiden. Zahlreiche Testprodukte seien in China hergestellt worden und hätten ein "zufriedenstellend" erhalten. Dennoch solle man sich nach in Europa produzierten Produkten orientieren, riet Cladrowa.