Erstellt am 24. Mai 2012, 13:06

Gesundheitsziele für Österreich vorgestellt. Zehn gute Vorsätze für Österreichs gesundheitliches Wohlbefinden sind am Donnerstag in Wien feierlich verabschiedet worden.

Die "Rahmen-Gesundheitsziele" wurden von einem 30-köpfigen Fachgremium erarbeitet und sollen nun 20 Jahre lang die Handlungsschwerpunkte prägen. Die Österreicher sollen durch sie zwei Jahre länger gesund leben - unabhängig von Einkommen, Bildungsstatus oder Lebensumständen.

Angepeilt werden gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen, Chancengerechtigkeit und sozialer Zusammenhalt, eine stärkere Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, die Sicherung natürlicher Lebensgrundlagen, ein gesundes Aufwachsen, leicht zugängliche gesunde Ernährung und Bewegung, die Förderung der psychosozialen Gesundheit und - nicht zuletzt - die Sicherung einer qualitativ hochstehenden und effizienten Gesundheitsversorgung für alle. Präsentiert wurden die Ziele in einer Konferenz im Gesundheitsministerium, erste Maßnahmenvorschläge sollen zu Jahresende vorliegen.

"Gesundheit ist schnell verloren, und es ist sehr schwierig, sie wieder zu erreichen", sagte Gesundheitsminister Stöger dabei. Es gehe daher darum, ein gesundheitsförderliches Klima und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Fundamental sei die Erkenntnis, dass man die Menschen beteiligen und mitnehmen müsse, wenn man Veränderungsprozesse einleiten wolle. "Der Gesundheitsminister kann Gesundheit nicht verordnen", betonte er.

Der sozialdemokratische Gesundheitsminister von Luxemburg, Mars Di Bartolomeo, strich die inhaltliche Verbundenheit mit "Freund Alois" hervor und plädierte für die Erhaltung der solidarisch organisierten Gesundheitssysteme in Europa. Österreich habe Luxemburg zu einem ähnlichen Ziele-Prozess inspiriert. Man wolle es unter die Top-3 der gesündesten Länder der Welt schaffen, wenn man schon über die dritthöchsten Ausgaben verfüge, meinte er.

Österreich brauche dann wohl nur Platz 5 anpeilen, so der lakonische Kommentar von Hans Jörg Schelling, Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, zu den auch hierzulande nicht geringen Ausgaben. Er verwies auf den Titel "Rahmen-Gesundheitsziele", was impliziere, dass die Arbeit jetzt erst beginne.