Erstellt am 26. Februar 2013, 13:06

Glatter Freispruch für Immofinanz-Treuhänder Hable. Im Immofinanz-Prozess ist am Dienstag überraschend einer der vier Angeklagten in der Hauptverhandlung freigesprochen worden.

Der mitangeklagte Treuhänder Ernst Hable wurde vom Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Claudia Moravec-Loidolt freigesprochen, nachdem die Staatsanwaltshaft Wien die Anklage gegen ihn zurückgezogen hatte. Der Treuhänder bedankte sich beim Gericht.

Eine Hauptverhandlung habe immer eine eigene Dynamik, führte Staatsanwalt Volkert Sackmann aus. Die Einvernahmen hätten nicht ergeben, dass Hable einen Untreue-Vorsatz hatte bzw. von jenem der Angeklagten wusste und diesen hätte teilen können. "Ich ziehe daher die Anklage zurück und ersuche um einen Freispruch", so der Ankläger. Hable verabschiedete sich hocherfreut von der Richterin. Für die verbliebenen drei Angeklagten Karl Petrikovics, Helmut Schwager und Christian Thornton geht der Prozess weiter.

Thornton hatte 2006 die Vereinbarungen mit dem ebenfalls auf der Anklagebank sitzenden Treuhänder Ernst Leo Hable wirtschaftlich zu beurteilen. Ergebnis war, dass eine Drohverlustrückstellung in Millionenhöhe - laut dem Zeugen 7,4 Mio. Euro - bei der Banktochter CPB IMV gebildet wurde und letztlich ein Verlust bei ihr entstand. Dass Hable nur treuhändig u.a. für den nunmehr angeklagten Ex-Bank-Chef Petrikovics tätig war, wusste der Zeuge damals nicht.

Der frühere Aufsichtsratspräsident der Constantia Privatbank (CPB), Prinz Michael von und zu Liechtenstein, belastete bei seiner Zeugeneinvernahme im Immofinanz-Prozess Petrikovic, Schwager und den mitangeklagten Ex-CPB-Vorstand Norbert Gertner. Von den Optionsgeschäften der Angeklagten mit der Bank habe er ebenso wenig gewusst wie von Scheinrechnungen, so der Zeuge.