Erstellt am 30. Mai 2011, 17:44

Grasser geht in mediale Offensive. Ex-Finanzminister Grasser geht wieder in die mediale Offensive: Bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag will Grasser gemeinsam mit seinem Anwalt zu den vergangenen Donnerstag stattgefundenen Hausdurchsuchungen Stellung nehmen.

Ex-Finanzminister Grasser geht wieder in die mediale Offensive: Bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag will Grasser gemeinsam mit seinem Anwalt zu den vergangenen Donnerstag stattgefundenen Hausdurchsuchungen Stellung nehmen. Sein Mandant sei bei den Hausdurchsuchungen nicht in Österreich gewesen und wolle nun seine Kritik an den Maßnahmen der Behörden selber formulieren, so Ainedter.

An zehn Standorten, darunter Grassers Penthouse-Wohnung in Wien, seine Firma Valuecreations GmbH, sein Bauernhaus in Kitzbühel und seine Villa am Wörthersee, hat die Staatsanwaltschaft Wien vergangene Woche Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei 35 Kartons mit Unterlagen, Computer und Handys beschlagnahmt. Auch bei Grassers Steuerberater Peter Haunold wurde eine Razzia durchgeführt. Die Durchsuchungen fanden nicht wegen der Buwog-Ermittlungen sondern im Zusammenhang mit dem laufenden Finanzstrafverfahren gegen Grasser statt, in dem der Ex-Minister von der Staatsanwaltschaft der Steuerhinterziehung seit 2003 verdächtigt wird.

Grasser und sein Anwalt haben stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und die Rechtmäßigkeit der Stiftungs- und Firmenkonstruktion in Liechtenstein, den British Virgin Islands und auf Zypern unterstrichen. Grasser hatte stets betont, er habe in Liechtenstein nur sein Vermögen für seine Familie anlegen wollen.

Laut Medienberichten könnte die Finanz von Grasser zwischen zwei und drei Millionen Euro fordern, sollte sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung bestätigen. Die Zeitung "Österreich" vermutet laut eigenen Berechnungen eine mögliche Zahlungspflicht von Grasser von bis zu acht Millionen Euro an die Finanz. Sollte Grasser Steuern in Millionenhöhe hinterzogen habe, könnte zusätzlich zur Nachzahlung noch eine Finanzstrafe vom Doppelten des hinterzogenen Betrags anfallen, so die Zeitung, auch Sozialabgaben könnten fällig werden. Darüber hinaus droht bei Steuerhinterziehung eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren Haft.