Erstellt am 05. Mai 2011, 22:07

Grasser-Geldtransport von Schwiegermutter zur Bank. Neue Details aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Ex-Finanzminister Grasser berichtet das Magazin "Format". Grasser habe den Behörden erläutert, dass das umstrittene Kärntner Hypo-Investment von 500.000 Euro aus Geldern seiner Schwiegermutter stamme, die er bar nach Österreich eingeführt, in seinem Safe verwahrt und ohne Bestätigung an die Meinl Bank übergeben habe.

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Den Vorwurf, er selber habe damals als amtierender Finanzminister in die Hypo investiert, hat Grasser stets zurückgewiesen. Laut den vom "Format" zitierten Akten der Grasser-Einvernahmen vom vergangenen Herbst und Kripo-Akten hat Grasser bei den Behörden angegeben, im Mai oder Juli 2005 - damals war er Finanzminister - in der Wohnung seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota von dieser 100.000 Euro in bar übernommen, nach Österreich eingeführt, in seinem Safe verwahrt, und außerhalb der Banköffnungszeiten bei der Meinl Bank auf ein Konto der Ferint AG bar eingezahlt zu haben - ohne Übernahmebestätigung.

Als Grund für diese formlose Bargeld-Transaktion gibt Grasser den Behörden laut "Format"-Bericht an, seine nunmehrige Schwiegermutter habe sein "Veranlagungsgeschick" testen wollen. "Grasser erklärte im Zuge seiner ersten Beschuldigtenvernehmung, er sei Treugeber für seine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota gewesen", heißt es im Gerichtsakt. Im November oder Dezember 2005 habe er weitere 330.000 Euro erhalten, im Jänner oder Februar 2006 seien noch einmal 70.000 Euro in bar übergeben worden", in Summe also habe ihm seine Schwiegermutter 500.000 Euro in bar anvertraut.

Der Anwalt von Grasser, Manfred Ainedter, betonte, dass Grasser gegen keinerlei gesetzliche Bestimmungen verstoßen habe. Grasser habe zwar das Geld seiner Schwiegermutter in bar aus der Schweiz nach Österreich gebracht, dies sei aber damals (2005, Anm.) legal gewesen, so Ainedter. Dass das Magazin "Format" nun Akten veröffentliche, die der Beschuldigte selber bisher noch nicht erhalten habe, bezeichnete er als "neuen Höhepunkt im fortgesetzten Amtsmissbrauch".

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter sieht die Umstände der Geldtransaktionen als "Beginn eines 'Final Countdown' für den 'ehemaligen Liebling aller Schwiegermütter'". Besonders empört Kräuter, dass Grasser diesen Bargeldtransport über die Grenze nach Österreich als amtierender Finanzminister tätigte.