Erstellt am 08. August 2011, 12:42

Grasser in Buwog-Causa erneut einvernommen. Ex-Finanzminister Grasser ist in der Causa Buwog wieder einmal von den Ermittlern einvernommen worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, bestätigte am Montag einen diesbezüglichen Bericht der Zeitung "Österreich".

Die laut Vecsey "routinemäßige weitere Einvernahme in der Strafsache Buwog" fand schon am Freitag vergangener Woche statt. Seit seiner ersten Einvernahme durch die Justiz im Buwog-Verfahren im September 2010 war der beschuldigte Ex-Minister bereits mehrmals befragt worden. Grassers Anwalt Manfred Ainedter erklärte gegenüber "Österreich", es habe sich um eine "ergänzende Einvernahme im Buwog-Verfahren gehandelt, in der noch einige Fragen abgeklärt werden mussten".

Am Freitag habe er einen Einstellungsantrag im Verfahren urgiert. Die Befragung Grassers fand laut Zeitung kurz vor dessen mehrtägigen Urlaub am Wörthersee statt. Grasser urlaubt in seiner Seevilla in Maria Wörth, die auch im Zusammenhang mit seinen Stiftungen ins Gerede kam: Die Villa gehört - über die österreichische Firma SMW OG - letztlich einer Grasser-Stiftung in Liechtenstein. Grasser hat in der Villa laut eigenen Angaben als Stifter ein Nutzungsrecht, seine Frau Fiona zahlt laut Grassers Angaben Miete an die Stiftung.

Gegen Grasser, seinen Freund und Trauzeugen Walter Meischberger, den Immobilienmakler Ernst-Karl Plech und den Lobbyisten Peter Hochegger wird im Zusammenhang mit der Privatisierung der Buwog-Wohnungen im Jahr 2004 und einer dabei vom knapp siegreichen Bieter Immofinanz gezahlten fast 10 Millionen Euro umfassenden Provision wegen des Verdachts der Untreue und des Amtsmissbrauchs ermittelt.

Meischberger und Hochegger haben im September 2009 wegen Steuerhinterziehung - die Millionenprovision floss unversteuert über eine zypriotische Gesellschaft und weitere Umwege nach Liechtenstein - Selbstanzeige erstattet. Es gilt für alle die Unschuldsvermutung.