Erstellt am 09. Mai 2011, 13:25

Grasser in Steuerverfahren einvernommen. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist am Freitag beim Finanzamt in Wien in seinem Verfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung erstmals einvernommen worden, bestätigte sein Anwalt Ainedter heute einen Bericht der Zeitung "Österreich".

Bei Grassers Befragung am Finanzamt Wien 9/18/19 sei es um die Ermittlungen rund um Grassers Liechtenstein-Stiftungen gegangen.

In den Stiftungen soll der ehemalige Finanzminister laut Medienberichten drei Millionen Euro geparkt haben. Grasser weist den Vorwurf der Steuerhinterziehung zurück. Sein Anwalt rechnet nicht mit einem weiteren Einvernahmetermin, wie er heute sagte. Alle Vorwürfe seien ausgeräumt, alle Unterlagen vorgelegt.

Das Geld stammt laut Grassers früheren Angaben aus seiner Arbeit für die börsenotierte Meinl International Power (MIP, heute Power International) mit Sitz auf Jersey. Dort war Grasser in den Jahren 2007 und 2008 als Vorsitzender der Meinl Power Management, der Management-Gesellschaft der MIP, tätig. Grasser war von Februar 2000 bis Jänner 2007 österreichischer Finanzminister der Regierungen unter Bundeskanzler Schüssel.

In Liechtenstein gründete Grasser ein Stiftungs- und Firmennetzwerk: Zwei Stiftungen mit den Namen "Waterland" und "Silverland" sind laut seinem Anwalt "intransparente Stiftungen", wo der Stifter, also Grasser, nicht frei über das Vermögen verfügen kann, sondern nur unabhängige Stiftungsräte. Begünstiger der Stiftungserträge ist Grasser selber.

Die "Waterland"-Stiftung hat wiederum Tochtergesellschaften, nämlich die "Silverwater Invest and Trade Inc." mit Sitz auf Tortuga auf den British Virgin Islands sowie die Gesellschaft "Man Angelus Ltd." mit Sitz auf Zypern. Die "Silverland"-Stiftung" hat die Tochtergesellschaft "Levesque-Holding" mit Sitz auf Zypern, deren Tochter wiederum die Gesellschaft "Gemain Ltd" ist.