Erstellt am 28. November 2011, 16:27

Grasser wies Vorwürfe zu Buwog erneut zurück. Ex-Finanzminister Grasser hat erneut alle Vorwürfe im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung und der dabei geflossenen Provision von 9,6 Mio. Euro an seine Freunde Walter Meischberger und Peter Hochegger zurückgewiesen.

Er habe den Betrag, den die Bieter für die Buwog geboten hatten, nicht gekannt, denn der sei "in einem versiegelten Kuvert beim Notar gelegen", betonte Grasser.

Im Gespräch mit der Zeitung "Österreich" sagte er weiters, dass damals "etwa 100 Leute" jene Informationen gehabt hätten, die auch Meischberger hatte. Dass dieser sein bester Freund war, "das ist zugegebenermaßen die einzige schlechte Optik bei dem Ganzen".

Trotz seiner gemeinsamen geschäftlichen Aktivitäten mit den Lobbyisten Hochegger und Meischberger in der Firma "Valora Solutions" habe er keine Ahnung gehabt, dass die beiden in ein Buwog-Lobbying verstrickt gewesen seien, beteuert Grasser erneut. Auf seinen Stiftungskonten in Liechtenstein sei nur Geld aus seiner Tätigkeit bei Meinl Power eingezahlt worden. Vermutungen, wonach eines der drei Konten in Liechtenstein, auf die Meischberger die Provision aufteilte, in Wahrheit zu Grasser gehöre, bezeichnete der Ex-Minister als "Science Fiction".

Auch den Bargeldtransport von einer halben Million Euro aus der Schweiz nach Österreich verteidigt Grasser. Das Geld seiner Schwiegermutter habe er "völlig legal" nach Wien gebracht. Seine Schwiegermutter habe gewollt, dass er ihr Geld anlege. "Ich habe sogar extra im Finanzministerium angerufen, um zu fragen, ob ich das Geld nach Österreich einführen darf oder ob ich es beim Zoll deklarieren muss. Die Antwort war: völlig legal". Grasser war zur Zeit der Bargeldtransporte von insgesamt 500.000 Euro über die Grenze aktiver Finanzminister, er schied im Jänner 2007 aus dem Amt.

Gegen Grasser, Meischberger, Hochegger und den Immobilienmakler Ernst Karl Plech wird im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung ermittelt, bei der 9,6 Mio. Euro Provision an Hochegger und Meischberger geflossen waren. Grasser steht unter Verdacht des Amtsmissbrauchs. Es gilt die Unschuldsvermutung.