Erstellt am 11. September 2015, 11:13

Gutachten: Flüchtlinge starben in Ungarn. Zum Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn (A4) liegen die Gutachten der Gerichtsmedizin in Wien und des Sachverständigen für Kfz-Technik vor, teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Freitag mit

 |  NOEN, APA
Der Tod der 71 in einem Kühl-Lkw transportierten Flüchtlinge müsse demnach "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits auf ungarischem Staatsgebiet eingetreten" sein, informierte die StA.

Nach den Ergebnissen der gerichtsmedizinischen Untersuchungen sei der Tod der 71 Personen, darunter vier Kinder, acht Frauen und 59 Männer, auf einen länger andauernden Sauerstoffmangel zurückzuführen.

Lkw hatte luftdichten Aufbau

Das technische Gutachten belege zudem, dass der Aufbau des Lkw gasdicht ausgebildet sei und über keine Außenöffnungen verfüge. In geschlossenem Zustand sei damit kein Luftaustausch möglich.

Mit dem Vorliegen der Gutachten konnte "ein wesentlicher Teil der in Österreich durchzuführenden Beweisaufnahmen" abgeschlossen werden, so die Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Die kriminaltechnische Analyse der Tatortspuren sowie die Ermittlungen zur Identität der Leichen würden "auf Hochtouren" weitergeführt, hieß es von der Anklagebehörde.

Der Kühl-Lkw mit den 71 toten Flüchtlingen war von den Schleppern in einer Pannenbucht bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) abgestellt worden. Als Polizisten am 27. August den Laderaum öffneten, wurde das Ausmaß der Tragödie sichtbar.