Erstellt am 25. Mai 2011, 13:36

Haftentschädigung von 430.000 Euro für Mensdorff. Der österreichische Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly hat in Großbritannien eine Haftentschädigung in der Höhe von 377.000 Pfund (430.000 Euro) erhalten.

Der österreichische Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly hat in Großbritannien eine Haftentschädigung in der Höhe von 377.000 Pfund (430.000 Euro) erhalten. Sein Anwalt Harald Schuster bestätigte die "enorme Summe" gegenüber der APA und damit entsprechende Medienberichte. Mensdorff-Pouilly saß Anfang des Vorjahres eine Woche wegen einer Bestechungsaffäre in London in Untersuchungshaft.

Mensdorff-Pouilly wurde verdächtigt, in Bestechungsvorgänge rund um den Rüstungskonzern British Aerospace (BAE) verwickelt zu sein. Das Verfahren ist in Großbritannien nach Strafzahlungen durch BAE mittlerweile eingestellt worden. In Österreich ist derzeit ein Antrag auf die Einstellung des Verfahrens gegen Mensdorff am Oberlandesgericht Wien anhängig; eine Entscheidung soll nach Angaben von OLG-Sprecher Reinhard Hinger gegenüber der APA innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen erfolgen. Mensdorffs Anwalt Harald Schuster sagte der APA auf Anfrage, das österreichische Verfahren müsse eingestellt werden, weil es nach der Einstellung des britischen Verfahrens gegen das Verbot der Doppelverfolgung von Straftaten verstoße.

In Österreich ist eine Entschädigung für Mensdorff-Pouilly wegen seiner fünfwöchigen U-Haft im Jahr 2009 vorerst nicht in Sicht. Dafür müsste ein Freispruch erfolgen bzw. das Verfahren eingestellt werden. Er könnte dabei nach hiesiger Rechtslage mit 100 Euro pro Tag rechnen. "So weit sind wir aber noch lange nicht", so Anwalt Schuster.