Erstellt am 22. August 2013, 13:22

Hass auf Pendler: 20 Pkw beschädigt, nun Prozess. Der Hass auf niederösterreichische und burgenländische Autofahrer, die in seinen Augen in der Bundeshauptstadt Wienern die Parkplätze wegnehmen, hat einen Wiener Langzeitarbeitslosen angeblich zu Pkw-Beschädigungen getrieben.

Der 55-jährige Langzeitarbeitslose soll in Wien-Liesing 20 Pkw beschädigt und einen Gesamtschaden von knapp 43.000 Euro angerichtet haben. Der Mann war am 10. April 2013 von zwei auf der Lauer liegenden Polizisten beobachtet worden, wie er auf einem Parkplatz bei der U6-Station Alterlaa mit seinem Schlüsselbund an einem Pkw mit Badener Kennzeichen die Türen auf der Fahrerseite einritzte.

Auf frischer Tat ertappt: Nur einen Fall zugegeben

Wie einer der Beamten am Donnerstag im Straflandesgericht als Zeuge unter Wahrheitspflicht erzählte, soll der 55-Jährige - als er von der Polizei angehalten wurde - freimütig erklärt haben, die Pendler würden den Wienern die Parkplätze wegnehmen, was er "nicht einsehe".

Der Angeklagte gab lediglich den Vorfall zu, bei dem er auf frischer Tat erwischt wurde. Mit den anderen 19 Beschädigungen vom vorangegangenen Tag, deretwegen die Polizei den Parkplatz observiert hatte, habe er nichts zu tun. Auch in diesen Fällen waren ausschließlich Autofahrer aus Niederösterreich und dem Burgenland zum Handkuss gekommen.

Taten abgestritten: "Mir nimmt keiner einen Parkplatz weg, weil ich kein Fahrzeug besitze"

Er habe am 10. April "nur frische Luft schnappen wollen", sagte der Angeklagte. Er habe sich infolge übermäßigen Alkohol-Genusses und der Einnahme von Tabletten "in einem bedenklichen Zustand befunden". Als er an dem Parkplatz vorbeikam, habe er "dumm, wie ich zu diesem Zeitpunkt war, mit dem Schlüssel einen Fahrer gemacht".

Er stellte entschieden in Abrede, den Polizisten gegenüber sinngemäß insistiert zu haben, die Parkplätze würden "den Wienern" gehören. Er habe gar keinen Grund, zornig auf die Pendler zu sein: "Mir nimmt keiner einen Parkplatz weg, weil ich kein Fahrzeug besitze." Mit den am Vortag in Mitleidenschaft gezogenen Autos habe er nichts zu tun. Er habe an diesem Tag die Wohnung nicht verlassen.

Die Verhandlung wird am 10. Oktober fortgesetzt.