Erstellt am 03. Mai 2012, 15:31

Heerestruppenschule - Ausbildungseinrichtung für Führungskräfte 1. Mit der Kommandoübernahme hat im Jänner 2007 die Heerestruppenschule (HTS) in Eisenstadt ihren Betrieb aufgenommen. Am Freitag begeht die Ausbildungseinrichtung für Führungskräfte mehrerer Waffengattungen ihren fünften Traditionstag.

Zu den Herausforderungen, mit denen die HTS konfrontiert ist, zählen der Einbau modernster Ausbildungsmethoden, etwa im Bereich der Simulation, in den Lehrbetrieb sowie die Aufrechterhaltung des Qualitätsniveaus bei exponentiell steigenden Anforderungen, schilderte der Kommandant der Heerestruppenschule, Brigadier Peter Vorhofer.
 
"Die Heerestruppenschule hat die Aufgabe, Führungskräfte waffengattungsübergreifend aus-, fort- und weiterzubilden", erläuterte Vorhofer. An der HTS lernen Offiziere und Unteroffiziere, Züge und Kompanien in allen militärischen Szenarien und in der Zusammenarbeit mit anderen Einheiten zu führen. Die Ausbildung erfolge in den Instituten für Panzer- und Panzergrenadiere, Aufklärung, Infanterie, Pioniere sowie Artillerie und im Gebirgskampf.
 
Standorte sind neben Eisenstadt als Sitz des Kommandos und der Grundlagenabteilung auch Bruckneudorf und Zwölfaxing. In Saalfelden befindet sich ein Gebirgskampfzentrum. Noch heuer soll die Verlegung des Instituts Pionier von Klosterneuburg nach Bruckneudorf durchgeführt werden. Innerhalb der nächsten eineinhalb bis zwei Jahre solle das Institut Artillerie von Baden nach Zwölfaxing kommen. Dann sei die Endaufstellung erreicht.
 
"Wir haben im Jahr cirka 1.800 bis 1.900 Absolventen und cirka 130 verschiedene Lehrgänge - von einigen Tagen bis mehreren Monaten. Die Schule selbst hat mit allen Instituten rund 400 Mitarbeiter und Lehrer", erläuterte Vorhofer. Für den Ausbildungsbetrieb wird unter anderem auf Truppenübungsplätze verlegt.
 
Hauptaufgaben der HTS, die auch über eine eigene Grundlagenabteilung verfügt, seien neben der Weiterbildung von Führungskräften auch der Aufbau und die Erweiterung des militärischen Wissens sowie die Unterstützung des Verteidigungsministeriums. Pro Jahr werden bis zu 60 Vorschriften erstellt - von der Führung einer Panzergrenadierkompanie bis hin zum Einsatz im Gebirge. An die Heerestruppenschule ergehen auch Erprobungsaufträge - beispielsweise für Drohnen oder leichte Granatwerfer.
 
Die Ankündigung des Ministeriums, die Ausbildung in den Waffengattungen Artillerie und Kampfpanzer zurückzufahren, habe für die Heerestruppenschule "nicht so große Auswirkungen, weil wir derart viele verschiedene Gruppen ausbilden, dass der Ausfall oder die Nichtdurchführung des einen oder anderen für uns kein so großes Problem darstellt", meinte Schulkommandant Brigadier Peter Vorhofer im Gespräch mit der APA: "Wir sind im Prinzip das ganze Jahr hindurch mit Lehrgängen ausgeplant." Eine Auflösung von Waffengattungen sei derzeit nicht der Fall. Auch in einem Schreiben von Streitkräftekommandant Generalleutnant Günter Höfler sei festgehalten, "dass die Waffengattungen bestehen bleiben."
 
"Für die direkte Ausbildung planen wir circa ein bis eineinhalb Jahre voraus", so Vorhofer. Sonst gebe es einen Fünfjahreshorizont. Zukunftstrends versuche man, eher auf dem Weg der Beobachtung, über die nächsten 20 bis 25 Jahre abzuschätzen.
 
Eine große Thematik, mit der man sich an der HTS befasse, bilde auch der Bereich Soldatenmodernisierung im Hinblick auf die Ausrüstung. Allein die Fragestellung berühre 60 bis 80 verschiedene Felder - beginnend bei der Energieversorgung über die Entwicklung der Helme, Elektronik und Kommunikation bis hin zu Bewaffnung und optischen Einrichtungen. Ein Teilaspekt dabei liege auch in der Transportrobotik.
 
Der Soldat, den man in zehn bis 15 Jahren in einen Einsatz schicke, werde sich stark vom heutigen unterscheiden, "weil die technologische Entwicklung exponentiell ist", so Vorhofer. Außerdem ändere sich die Stellung des Soldaten maßgeblich: "Der einzelne Soldat als Person ist so wertvoll, dass eine Verwundung oder gar der Ausfall möglichst hintangehalten werden muss."
 
Das erkläre auch, warum sich Streitkräfte beispielsweise derzeit sehr stark mit Drohnen - bis hin zu Kleinstdrohnen - befassen, die etwa die Aufklärung eines Gebäudes ermöglichen. Ein Bestreben sei dabei auch, den Soldaten mit Sensoren und Optiken auszurüsten, dass er sich selbst möglichst selten einer direkten Gefahr aussetzen müsse.