Erstellt am 13. Juli 2011, 10:53

Helmut Elsner nach Hause entlassen. Helmut Elsner hat am Mittwochvormittag das Wiener Wilhelminenspital verlassen. "Aus Sicht des Spitals gab es keinen Grund, ihn länger im Krankenhaus zu behalten", teilte die Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Andrea Danmayr mit.

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Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner hat am Mittwochvormittag das Wiener Wilhelminenspital verlassen. "Aus Sicht des Spitals gab es keinen Grund, ihn länger im Krankenhaus zu behalten", teilte Andrea Danmayr, die Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), der APA mit. Der 76-Jährige wird zunächst ein paar Tage mit seiner Ehefrau Ruth verbringen, danach ist ein mehrwöchiger Aufenthalt in einem Herz-Kreislauf-Rehabilitationszentrum geplant, wobei die Reha "eher im Ausland" stattfinden wird", wie Elsners Verteidiger Jürgen Stephan Mertens erklärte.

Der Ex-BAWAG-Chef wurde gegen 10.00 Uhr von seiner Ehefrau Ruth abgeholt, die ihn in ihrem privaten Pkw nach Hause brachte. Wie Danmayr erklärte, waren dabei auf Elsners ausdrücklichen Wunsch keine Journalisten anwesend: "Das Ganze hat völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit stattgefunden."

Ruth Elsner wollte auf telefonische Anfrage der APA zur Entlassung ihres Ehemannes nicht Stellung beziehen: "Ich möchte dazu nichts sagen. Mein Mann ist ein Patient. Er braucht jetzt Ruhe." Sie ersuchte um Verständnis, dass es im Hinblick darauf zunächst keine Medienkontakte geben wird. Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor werde vorerst für keine Interviews zur Verfügung stehen.

Der herzkranke Elsner könnte bereits in der kommenden Woche die ihm ärztlicherseits dringend empfohlene Reha antreten. "Es sind mehrere Plätze im In- und Ausland in Auswahl. Wo sich Herr Elsner behandeln lassen wird, wird sich relativ kurzfristig entscheiden", gab Elsners Rechtsbeistand Mertens zum weiteren Prozedere bekannt. Ruhe sei jetzt das Wichtigste für seinen Mandanten. Insofern liege ein Reha-Platz im Ausland nahe, da Elsner dort keinen Prominenten-Status genieße und weniger Aufsehen und Interesse bei Mitpatienten als in der Heimat auslösen werde.

Aus Sicht der Justiz spricht nichts gegen einen Auslandsaufenthalt des Ex-BAWAG-Chefs, wie der Sprecher des Straflandesgerichts, Christian Gneist, erläuterte. Helmut Elsner musste seinen Reisepass nicht abgeben, "da er auf Basis eines rechtskräftigen Beschlusses in den nächsten acht bis zehn Monaten aufgrund medizinischer Gutachten strafvollzugsuntauglich ist". Sollte die Justiz nach Ablauf der Frist eine Untersuchung anordnen, um zu klären, ob der 76-Jährige weiter nicht haftfähig ist, vertraue man darauf, dass Elsner zu diesem Termin erscheinen werde, stellte Gneist fest.

Zunächst genießt der Ex-BAWAG-Chef aber ein paar Tage in seinem neuen Zuhause, das seine Ehefrau nach dem erforderlichen Auszug aus dem ehemaligen BAWAG-Penthouse in der City in der Bundeshauptstadt angemietet hat. Das Ehepaar Elsner verbringt dort erstmals seit viereinhalb Jahren - der 76-jährige Ex-BAWAG-Chef war im Februar 2007 in U-Haft genommen worden - gemeinsame ungestörte Stunden.

Helmut Elsner war am vergangenen Freitag wegen Haftunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem sich sein Gesundheitszustand zuletzt deutlich verschlechtert hatte. Er durchlief in den vergangenen Tagen im Wilhelminenspital, in das er am 22. Juni von der Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt worden war, noch ein Untersuchungs- und Behandlungsprogramm. So wurde eine Blutgerinnungsanalyse und -einstellung vorgenommen.

Der 76-Jährige habe zuletzt auch Infusionen erhalten, bestätigte KAV-Sprecherin Danmayr. Der Patient werde weiter engen Kontakt zu seinem behandelnden Arzt halten, der ihn schon mehrfach im Wilhelminenspital betreut hatte.