Erstellt am 30. Mai 2014, 11:57

Hilfe auf Knopfdruck für Kommunen. Burgenlands Gemeinden müssen vom Gesetz her über Katastrophenschutzpläne verfügen. Ein neues, auf digitaler Basis entwickeltes System soll die Kommunen im Ernstfall unterstützen:

Im Rahmen eines EU-Projekts hat die "Plattform digitaler Katastrophenschutzplan" eine Anwendung entwickelt, die den Ortschefs erstmals auch eine Risikoabschätzung bei drohenden Gefahren ermöglichen soll.

Rund 90.000 Euro wurden einschließlich der EU-Mittel in das Projekt investiert, so Obmann Jürgen Karall vom Verein "Nachbarschaftshilfe Sicherheit" am Freitag bei der Präsentation in Eisenstadt. Über die digitale Anwendung sind Basisdaten über Ansprechpartner im Krisenfall sowie über im Ort gelagerte Hilfsmaterialien abrufbar. Außerdem können die Gemeinden Objekte erfassen, die im Fall einer Katastrophe hilfreich sein oder von denen andererseits eine Gefahr ausgehen könnte, erläuterte Risikomanager Herbert Wagner, dessen Unternehmen mit der Evaluierung des bestehenden Katastrophenschutzes beauftragt wurde.

Maßnahmenkatalog mit einem Klick

Zum System gehören auch ein Alarmplan und ein "Krisenhelfer": "Wir können für jede Gefahr, die zur Zeit im digitalen Katastrophenschutzplan implementiert ist, einen Maßnahmenkatalog auf Knopfdruck ausdrucken", so Wagner. Beim Risikomanagement sei man damit in Österreich Vorreiter. Risiken, die abgearbeitet werden müssen, werden automatisch angezeigt. Die Alarmpläne seien bei Bedarf fertig zum Ausdrucken, damit sie auch in Papierform verfügbar sind.

Entsprechend den Richtlinien des Risiko- und Katastrophenschutzmanagements schlage das System auch die Zusammensetzung des jeweils erforderlichen Krisenstabes vor. Mit Checklisten vor, während nach dem Ereignis lasse sich jede Gefahr abarbeiten, so Wagner. Nahezu alle Funktionen des digitalen Katastrophenschutzplanes seien bei Netzausfall auch offline verwendbar. Betrieben wird die neue Anwendung von der Landessicherheitszentrale Burgenland.