Erstellt am 16. Mai 2014, 16:28

Hochbetrieb für Einsatzkräfte. Im Burgenland herrscht seit Donnerstag wetterbedingter Hochbetrieb für die Einsatzkräfte. In der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) laufen sämtliche Notrufe zusammen.

Pilgersdorf: Sandsäcke werden gefüllt  |  NOEN, Michaela Grabner

Update: 08.34 Uhr

Im Burgenland hat sich die Unwetter-Situation seit Freitagnacht "deutlich entspannt". Das teilte Samstag früh ein Sprecher der Landessicherheitszentrale (LSZ) mit. Die Wasserpegel der betroffenen Flüsse Lafnitz, Pinka und auch der Leitha gingen zurück und auch die Zahl der Einsätze sei in den vergangenen Stunden stark gesunken, so der Sprecher.

221 Einsätze in 24 Stunden

"Wir haben von Freitag 7 Uhr bis heute, Samstag, 7 Uhr 221 Feuerwehreinsätze gezählt. Aktuell sind drei Feuerwehren in Liebing und Stoob im Bezirk Oberpullendorf und in Unterschützen im Bezirk Oberwart mit Pumparbeiten beschäftigt", berichtete er.

Im Laufe des Samstages kann es laut LSZ im Burgenland zwar noch zu leichten Regenschauern kommen, "diese können aber nicht gefährlich werden. Es schaut so aus, als hätten wir das Schlimmste überstanden - zumindest deutet alles darauf hin", so der Sprecher.

In Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) wurden die Helfer am Freitag auch von 25 Soldaten des Bundesheeres unterstützt, die am Abend wieder einrücken konnten. Die Rufbereitschaft sei bereits wieder eingestellt worden, hieß es von der LSZ.

Update 22.14 Uhr

Unwetter - Feuerwehren im Burgenland weiter gefordert

Rund 200 Einsätze gab es am Freitag. Einige Straßensperren in den Bezirken Oberpullendorf und Oberwart sind noch aufrecht. Die Pegelstände jedoch bereits stabil bis leicht rückläufig. 

Im Burgenland waren Freitagabend zunächst weiterhin an die 30 Feuerwehren im Einsatz. In den Bezirken Oberpullendorf und Oberwart waren einige Landesstraßen und Güterwege für den Verkehr gesperrt. Die Pegelstände der Flüsse seien mit wenigen Ausnahmen stabil bis leicht fallend, hieß es von der Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland.

Über 200 Einsätze am Freitag

Seit 7 Uhr wurden am Freitag im Burgenland insgesamt rund 200 wetterbedingte Einsätze gezählt, an denen teilweise mehrere Feuerwehren beteiligt waren. Bei Lockenhaus und Strebersdorf sei die Güns angestiegen, weshalb auch die Einsatzkräfte in Ungarn über die Lage verständigt wurden, so ein Sprecher der LSZ. Aus Niederösterreich sei zu hören, dass die Leitha gestiegen sei.

In Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) wurden die Helfer auch von 25 Soldaten des Bundesheeres unterstützt, die mittlerweile wieder eingerückt sind. Überflutungen hatten im Mittel-und Südburgenland für mehrere Straßensperren gesorgt. Betroffen waren nach Angaben der Polizei unter anderem im Bezirk Oberwart die L385 zwischen Großpetersdorf und Neuhaus in der Wart und die L272 bei Schandorf. Die L350 zwischen Rettenbach und Tauchen war von mehreren umgestürzten Bäumen blockiert. Im Bezirk Oberpullendorf war die L227 zwischen Raiding und Großwarasdorf betroffen.

Prognose stimmt optimistisch

Am späten Freitagabend wurden erneut Regenfälle erwartet. Sollten sie in geringeren Mengen bleiben, dann hätten die Bäche Zeit, das Wasser abzutransportieren, da der Boden schon vollkommen gesättigt sei, hieß es aus der Landesfeuerwehrzentrale. Am Wetterradar seien zwar Niederschlagsbereiche sichtbar, jedoch vorerst keine Gewitterregen.

Lesen Sie weiter, BVZ.at berichtete live:

Wer 122 oder 144 kontaktiert, landet bei der LSZ. Am Freitag war für die Disponenten einer der stärksten Tage. "Von 7 Uhr früh bis 15 Uhr haben wir 125 Feuerwehreinsätze gehabt", so Leitstellenleiter Walter Adorjan.

Manche verständnisvoll, "manche haben keine Geduld"

"Wenn jemand die Feuerwehr kontaktiert, landet er bei uns, also bei einem Disponenten. Der fragt dann, was passiert ist, etwa eben der Keller steht unter Wasser, erkundigt sich nach der Adresse und verständigt dann die zuständige Feuerwehr", erläuterte Adorjan.



Die meisten Anrufer seien verständnisvoll. "Manche haben keine Geduld. Da war zum Beispiel die Feuerwehr gerade erst da und jetzt steht im Keller schon wieder zwei Zentimeter hoch das Wasser. Solche kleinen Einsätze muss man dann aber hinten anstellen", erklärte der LSZ-Leitstellenleiter.

Oberpullendorf und Oberwart am stärksten betroffen

Wie lange man als Betroffener warten müsse, hänge davon ab, was der Feuerwehrkommandant als Einsatzleiter vor Ort entscheide.

"Er wird natürlich nach Dringlichkeit bzw. nach Wasserflussrichtung angefangen Keller auszupumpen - das heißt an der höchsten Stelle. Momentan haben wir 45 Feuerwehren draußen - verstreut auf das ganze Burgenland. In den Bezirken Neusiedl am See und Güssing ist im Moment ganz wenig oder gar nichts los. Am stärksten betroffen sind die Bezirke Oberpullendorf und Oberwart", so Adorjan.



An Tagen wie diesen - "alle zwei, drei Jahre haben wir größere Schadensereignisse mit hauptsächlich Wasser und Sturm" - springt auch der Schichtleiter als Disponent ein. Außerdem sei nicht einmal Zeit für Kaffeepausen.

"Heute ist das nicht möglich, heute haben wir den Kaffee in die Leitstelle - dort sitzen die Disponenten an mehreren Tischen - gebracht und jedem auf den Tisch gestellt. Und auch die Pizzen sind in Spalten geschnitten worden, damit man schnell abbeißen kann."

Erstmals auch Polizei-Verbindungsoffizier dabei

Zum ersten Mal in der Geschichte der LSZ ist auch ein sogenannter Verbindungsoffizier der Polizei in der Leitstelle, berichtete der Leiter. "Seit gestern in der Früh, seit sich also die Lage zugespitzt hat, gibt's den Verbindungsoffizier, der die Verbindung sozusagen vor Ort herstellt. Also wenn zum Beispiel irgendwelche Straßensperren anstehen."

Bei manchen Feuerwehreinsätzen sei dies etwa der Fall, erläuterte Adorjan. Die LSZ müsste im Normalfall die Polizei kontaktieren. In der aktuellen wetterbedingten Ausnahmesituation übernimmt dies nun aber ein Polizeibeamter "und nimmt uns damit wertvolle Arbeit ab."

Am Freitagnachmittag gab es im hochrangigen Straßennetz des Burgenlandes laut LSZ keine Straßensperren. Seitens des ÖAMTC wurden Sperren von ein paar wenigen Landesstraßen, wie etwa der L235 bei Riedlingsdorf und der L360 zwischen Riedlingsdorf und Buchschachen in jeweils beide Richtungen gemeldet.