Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Höchster Anstieg an angezeigten Fällen. KRIMINALSTATISTIK / Viele angezeigte Fälle, aber auch eine höhere Aufklärung. Erhart: „Nichts beschönigen, die Fälle tun weh“

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VON BETTINA EDER

BURGENLAND /  „Es gibt nichts zu beschönigen. Wir haben einen Teil von Delikten, die uns momentan wehtun“, kommentierte der Leiter der Kriminalabteilung Oberst Rainer Erhart den „schmerzlichen“ Anstieg der Fälle im ersten Quartal 2011. Von Jänner bis März 2011 wurden im Burgenland insgesamt 2085 Straftaten angezeigt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme der Anzeigen um 22,7 Prozent oder 386 Fälle. Prozentuell bedeutet das die höchste Steigerung in Österreich.

„Das ist allerdings kein Anstieg von anonymer Kriminalität, sondern es sind Erfolge“, betonte der stellvertretende Leiter der Sicherheitsdirektion Ronald Reiter den Anstieg der geklärten Fälle um 28,8 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt burgenlandweit bei 56,7 Prozent, was eine Steigerung um 2,7 Prozent zum Vorjahr bedeutet.

Einen Anstieg gab vor allem in drei Bereichen: Von 14 auf 94 Fälle stiegen die Delikte gegen den Geldverkehr sprich Falschgeld – hier schlägt sich laut Erhart eine einzige große Amtshandlung gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich zu Buche; auch sei der Bereich Darlehensbetrug immens gestiegen. Ein einzelner Täter ließ die Anzahl der Delikte von 1 auf 75 in die Höhe schnellen.

Der dritte radikale Anstieg habe die Delikte gegen fremdes Vermögen – plus 24,4 Prozent – betroffen. Ausschlaggebend seien hier die Erfolge der SOKO-KFZ, die gleich mehrere Autodiebstähle im ersten Quartal aufgeklärt hatte und diverse Sachbeschädigungen.

„Keine Erklärung haben wir allerdings für den Anstieg bei KFZ-Sachbeschädigungen“, musste Erhart konstatieren, diese waren von 98 auf 154 im Vergleichszeitraum angewachsen.

Im regionalen Vergleich ist in den Bezirken Mattersburg, Güssing sowie in der Landeshauptstadt Eisenstadt die Zahl der angezeigten Straftaten leicht gestiegen.

Traurige Spitze ist der Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit fast 70 Prozent mehr angezeigten Fällen. Stadtpolizeikommandant Friedrich Tinhof kommentiert seine Zahlen so: „Eklatant zugenommen haben vor allem kleine Sachbeschädigungen an PKWs. Viele Leute melden diese Parkschäden wegen der Versicherung. Früher wurden derartige Fälle nicht so häufig angezeigt.“