Erstellt am 18. Februar 2012, 12:50

Hypo: München verstärkt Druck auf Österreicher. In Bayern gibt es neue Hoffnung auf Schadenersatz wegen des folgenschweren Kaufs der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank durch die BayernLB.

Wie die" Süddeutsche Zeitung" und "News" am Samstag berichteten, hat die Staatsanwaltschaft München ein neues Verfahren gegen die ehemaligen Hypo-Chefs Berlin, Kulterer und Grigg sowie einen weiteren Ex-Vorstand des Geldinstituts wegen Betruges eröffnet.

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung, bisher hatten sie stets betont, rechtens gehandelt zu haben. Aktuelle Stellungnahmen der Betroffenen bzw. der Staatsanwaltschaft Klagenfurt lagen Samstagvormittag noch nicht vor. Die deutsche Anklagebehörde schließt nicht aus, dass das Verfahren gegebenenfalls auf weitere Personen ausgeweitet werden könnte. Schlagend wird der Paragraf 263 im deutschen Strafgesetzbuch, in dem es heißt, wer einen Vermögensverlust besonders großen Ausmaßes herbeiführt, muss bis zu zehn Jahren ins Gefängnis. Mit 21. Mai 2012 droht zudem die Verfolgungsverjährung in Deutschland.

Die Oberstaatsanwaltschaft München I hatte bereits im Jänner die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ersucht, ihre bisherigen Ermittlungsergebnisse nach Bayern zu schicken. Darin ist auch die Aufnahme des aktuellen Verfahrens erwähnt. Die Bayerische Landesbank bezahlte anno 2007 1,7 Mrd. Euro für die Hypo, um mit ihr später insgesamt 3,7 Mrd. Euro zu verlieren - und will ihr Geld zurück. Mit dem neuen Verfahren schöpft man in Bayern dahingehend neue Hoffnung.

Die Münchner Staatsanwaltschaft verweist den beiden Medien zufolge in ihrem Schreiben an die Kollegen in Klagenfurt auf einen "Tatort in München", wo wiederholt über den Verkauf der Kärntner Bank nach Bayern verhandelt worden war. Ein Anklage nach Paragraf 263 in Deutschland und eine Verurteilung Kulterers in Österreich - er steht ab Ende März wegen Untreue in Klagenfurt vor Gericht - würde laut Blatt den Schadenersatzanspruch stützen, den die BayernLB derzeit beim Handelsgericht Wien gegen die Mitarbeiterprivatstiftung der Hypo geltend macht.