Erstellt am 18. Dezember 2013, 11:17

Hypo-Prozess: Kircher belastete Ex-Vorstand Grigg. Beim Untreue-Prozess gegen die Ex-Vorstände der Hypo-Bank Alpe Adria, Josef Kircher, Wolfgang Kulterer, Siegfried Grigg und Tilo Berlin, am Landesgericht Klagenfurt hat am Mittwochvormittag Kircher Grigg belastet und einige Zeugenaussagen in Frage gestellt.

Grigg müsse über die Put-Option Bescheid gewusst haben, erklärte er am achten Verhandlungstag.

Konkret ging es um zwei Aktienpakete, die der Klagenfurter Unternehmer Walter Moser gekauft und mit einem Kredit der Bank Burgenland, die der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GraWe) gehört, finanziert hatte. Kircher zeigte sich "verwundert" darüber, dass es über den Kredit in der Höhe von insgesamt 45 Mio. Euro keine Gespräche mit Grigg, damals Aufsichtsratsvorsitzender der Bank Burgenland, gegeben haben soll. Dieser Betrag sei das größte Obligo dieser Bank gewesen, verglichen mit der Hypo International wäre das ein Volumen von rund 450 Mio. Euro gewesen.

Vorgelegte Akten unvollständig

Auch wunderte Kircher, dass der Vorstand der Bank Burgenland und der zuständige Sachbearbeiter in der Einvernahme angegeben hatten, alle Dokumente vorgelegt zu haben, aber weder Bewilligungsprotokolle noch Anträge für diese hohen Kredite bei den Akten zu finden seien. Auch die Version, dass für den ersten Kredit an Moser ein Sachbearbeiter erst im Nachhinein auf Eigeninitiative eine Put-Option als Rückgabegarantie erwirkt habe, bezeichnete er als unrealistisch.

Welche Erklärung er für das Verhalten der Zeugen habe, fragte Christian Liebhauser-Karl. "Man wollte möglicherweise nicht offenlegen, dass Grigg Put-Optionen unterschrieben hat", antwortet Kircher.

Zur Zeugenaussage, dass die Put-Option auf seine, Kirchers, Anweisung nicht zum Kreditakt gelegt hätte werden dürfen, sagte dieser. "Das wäre nicht möglich gewesen, da ich keine Organfunktion bei der Bank Burgenland hatte". Selbst, wenn er einen solchen Wunsch geäußert hätte, hätte der Vorstand der Bank dies nicht tun dürfen. "Es ist für mich auch unwahrscheinlich, dass die Rechtsabteilung der Bank die Pu-Option prüft und dann keine Kopie zurückbehält", präzisierte der Angeklagte seine Einschätzung.

Nach der Befragung von Kircher war die Zeugeneinvernahme von GraWe-Vorstandschef Othmar Ederer angesetzt.