Erstellt am 15. September 2011, 14:49

Internationale Rotkreuz-Teams proben in Ostösterreich den Ernstfall. Einsatzteams des Roten Kreuzes aus sechs Staaten proben dieser Tage in Niederösterreich und im Burgenland den Ernstfall.

NOEN, Bilderbox.com
Bei der Übung "WAVE 2011" wird angenommen, dass die Donau und der Wien-Fluss über die Ufer getreten sind. Gebiete von Stockerau bis in den Raum Eisenstadt stehen in der Folge unter Wasser. In diesem Szenario kommen die Sondereinheiten der Hilfsorganisation, die auf Trinkwasseraufbereitung und die Herstellung von Kommunikationsverbindungen spezialisiert sind, zum Einsatz.

   Die Übungszentrale befindet sich im Katastrophenhilfelager in Mödling. Dort wurden aus den rund 80 Übungsteilnehmern, von denen etwa die Hälfte aus Österreich kommt, international zusammengesetzte Teams gebildet. Die einzelnen Gruppen wurden zu den Einsatzorten im Raum rund um Mödling und Wiener Neudorf sowie in Eisenstadt entsandt, erläuterte Sonja Kellner vom Roten Kreuz Niederösterreich. Zu ihren Hauptaufgaben gehören der Aufbau und Betrieb von Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Herstellung eines Funknetzes für die Einsatzkräfte.

   Seit Dienstag üben die Teams an Ort und Stelle. In Eisenstadt befinden sich Stationen bei der Kläranlage und beim Rückhaltebecken in Kleinhöflein. Die Übungsteilnehmer bekommen Aufgaben gestellt, die möglichst realitätsnah sein sollen. "Sie wissen nicht wirklich, was auf sie zukommt", schilderte Stefan Wagner, Landeskatastrophenkommandant beim Roten Kreuz Burgenland der APA.

   So mussten die in Eisenstadt übenden Teams am Donnerstag Trinkwasser bereitstellen, das von der Feuerwehr und der Stadtgemeinde abgeholt wurde. Am Nachmittag bekamen die Einsatzkräfte Besuch von zwei Schulen der HTBLA Eisenstadt. Den Schülern sollten die Rot Kreuz-Mitarbeiter erklären, wie man im Notfall relativ einfach für die Selbstversorgung Trinkwasser herstellen kann. Mit Hilfe einer großen Trinkwasseraufbereitungsanlage können bis zu 15.000 Menschen mit Wasser versorgt werden.

   Die Übung wird am Wochenende abgeschlossen. Die Trinkwasseraufbereitungseinheit des Österreichischen Roten Kreuzes kommt weltweit zum Einsatz. Bisher leisteten Kräfte etwa in Pakistan und Tansania nach Hochwasserkatastrophen, bei einer Cholera-Epidemie in Simbabwe und 2010 nach dem Erdbeben in Haiti Hilfe.

   Die Einheit für Informationstechnologie und Telekommunikation stellt in Katastrophengebieten Kommunikationsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte her. Ihre Aufgaben reichen von der Installation und Wartung von IT-Systemen bis zur Bereitstellung von Strom.