Erstellt am 28. Juli 2015, 15:21

von Otto Havelka

Tierrettung kann nicht ausrücken. Derzeit kann die Burgenländische Tierrettung nicht mehr ausrücken, weil sie kein Auto mehr hat. Es fehlt das Geld. Ein vorhandenes Rettungsauto wird nicht bewilligt.

Otto Bierbaum mit einer jungen flugunfähigen Eule, die aus dem Nest gefallen ist. Sie wurde in eine Greifvogel-Station gebracht.  |  NOEN, privat

Die bislang einzige Tierrettung des Burgenlandes ist derzeit ziemlich hilflos. Ihr Rettungswagen wurde im Zuge eines Insolvenzverfahrens der Österreichischen Tierrettung eingezogen. Vor rund dreieinhalb Jahren gründete Otto Bierbaum die Burgenländische Tierrettung und kaufte ein ausrangiertes Rettungsauto in Eisenstadt an. Die Österreichische Tierrettung mit Sitz in Salzburg übernahm das Fahrzeug und unterstützte die Tierrettung in Kaisersteinbruch als Teilorganisation mit 500 Euro pro Monat.

Doch dann schlitterten die Salzburger in die Insolvenz und das Auto wurde als Konkursmasse eingezogen. Mittlerweile firmiert Bierbaums Verein als eigenständige „Burgenländische Tierrettung“. Die Österreich-Organisation wurde als reiner Mitglieder-Verein in Tierrettungen West und Ost aufgeteilt.

Für die Tierrettung Ost ist die Parndorfer Tierärztin Claudia Herka zuständig. Und bei ihr steht auch das ehemalige Rettungsauto Bierbaums. – Allein: Man darf damit nicht ausfahren. Denn „als Blaulicht-Auto ist der Wagen im Burgenland nicht bewilligungsfähig“, so Herka.

„Ein Mini-Van würde für viele Transporte schon reichen“

Bis Juni war das Fahrzeug unter Bierbaums Riege mit einem Salzburger Kennzeichen unterwegs. Versuche, das Fahrzeug im Rahmen der Feuerwehr bewilligen zu lassen, scheiterten. Feuerwehr-Obmann Thomas Poller: „Es ist einfach nicht möglich, die Feuerwehr als Tierrettung zu deklarieren.“

Vorläufiges Fazit: Es gibt im Burgenland keine Tierrettung mehr (zum Vergleich: die Stadt Wien leistet sich sogar eine gemeindeeigene Tierrettung).

Otto Bierbaum hofft auf bessere Zeiten. Kleine Tiere werden von den derzeit vier aktiven Mitgliedern auf eigene Kosten in Privat-Pkws transportiert. Allein im ersten Halbjahr fuhren die ehrenamtlichen Tierhelfer 168 Einsätze, um verletzte Hunde, Biber, Rehe oder aus dem Nest gefallene Vögel zu retten. „Für Wildtiereinsätze wurden wir auch von der Landespolizei Eisenstadt angerufen“, erzählt Bierbaum. „Ein Mini-Van würde für viele Transporte schon reichen. Die technische Ausrüstung haben wir“, so Bierbaum.