Erstellt am 20. Juni 2011, 09:58

Karenz: Väteranteil gestiegen. Der Anteil der Väter in Karenz ist mit dem einkommensabhängigen Kindergeld deutlich gestiegen. Bei Eltern, die diese - vor eineinhalb Jahren eingeführte - Kindergeld-Variante gewählt haben, geht fast jeder dritte Vater in Karenz, ergab laut "Kurier" eine erste Bilanz des Familienministeriums.

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Die Grünen nahmen dies zum Anlass, um auf die Umsetzung des "Papamonats" zu drängen. Angepeilt waren mit dem einkommensabhängigen Kindergeld 20 Prozent, erreicht wurden schon 31 Prozent Väterbeteiligung. Offenbar seien mit der Absicherung des Einkommens die "richtigen Rahmenbedingungen gesetzt" worden, zeigte sich Familienminister Reinhold Mitterlehner (V) im "Kurier" zufrieden.

Das einkommensabhängige Kindergeld kann maximal 14 Monate bezogen werden, wobei mindestens zwei Monate lang der zweite Elternteil die Kinderbetreuung übernehmen muss. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen, ist aber mit 2.000 Euro limitiert. Wie lange die Väter zu Hause bleiben, wurde nicht erhoben. Die beliebteste Kindergeld-Variante ist weiter die (von 50 Prozent gewählte) Lang-Variante, wo ein Elternteil bis zu 30 Monate je 436 Euro bekommt und der Väteranteil am geringsten ist.

Die Grünen forderten in einer Aussendung nicht nur den Papamonate, sondern auch die Überarbeitung des Kindergeldes. Die Hälfte der Karenz sollte für die Männer vorgesehen sein. Und auch getrenntlebende Väter sollten Recht auf Pflegeurlaub haben, verlangte Familiensprecherin Daniela Musiol.