Erstellt am 18. Februar 2012, 18:16

Kartnig zeigt sich "völlig fassungslos". Einen Tag nach seiner Verurteilung zu fünf Jahren unbedingter Haft und einer Geldstrafe von 6,6 Millionen Euro hat Hannes Kartnig sein Schweigen gebrochen.

In einem Interview mit der Zeitung "Österreich" kritisierte der ehemalige Präsident des Fußball-Clubs Sturm Graz das Urteil. "Ich bin völlig fassungslos", erklärte Kartnig.

"Ich kriege unbedingte Haft für einen Betrug, der so nie stattgefunden hat", sagte Kartnig, der hofft, dass das Urteil in zweiter Instanz milder ausfällt. "Ich hoffe auf die Berufung und dass der Oberste Gerichtshof für Gerechtigkeit sorgt", wird der 60-Jährige zitiert. "Es herrscht doch Fassungslosigkeit unter allen Verteidigern und Rechtsexperten in Österreich. Mit mir will die Finanz nur eine fette Kuh schlachten".

Kartnig kritisierte aber nicht nur die Haftstrafe, sondern auch die Geldbuße von mehr als 6,6 Mio. Euro. "Diese Summe ist utopisch. Ich habe ja keine Gelddruckmaschine zu Hause", sagte der ehemalige Clubpräsident, der eigenen Angaben zufolge viel Zuspruch bekommen hat. "Ich habe so viele Mails bekommen, auch von Leuten, die mich nicht mögen. Alle sind der Meinung, dass das Urteil total überzogen ist", sagte Kartnig, der nach dem Urteil "schlecht bis gar nicht" geschlafen habe.

Auf die Frage, was ihm im Nachhinein am meisten leidtut, antwortete Kartnig: "Dass ich in diesem System mitgespielt habe. Ich war so ein Trottel. Die Schwarzgeldzahlungen an die Spieler habe doch nicht ich erfunden, die hat es schon vor meiner Zeit gegeben".

Kartnig war am Freitag vom Straflandesgericht Graz wegen grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, schweren Betrugs und Steuerhinterziehung für schuldig befunden worden.