Erstellt am 25. Juni 2011, 01:36

Kellerleichen: Verdächtige wieder in Österreich. Die im Fall der sogenannten Kellerleichen verdächtige Goidsargi E. C. ist am Freitag von den italienischen Justizbehörden an ihre österreichischen Kollegen ausgeliefert worden. Die 32-jährige Spanierin wurde gegen 11.00 Uhr an der Grenze Arnoldstein von Beamten des Gefängnisses von Triest und der Polizei von Udine, die sie vor zwei Wochen verhaftet hatte, an die österreichische Justizwache übergeben. Dann wurde die Mordverdächtige in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht.

 Die im Fall der sogenannten Kellerleichen verdächtige Goidsargi E. C. ist am Freitag von den italienischen Justizbehörden an ihre österreichischen Kollegen ausgeliefert worden. Die 32-jährige Spanierin wurde gegen 11.00 Uhr an der Grenze Arnoldstein von Beamten des Gefängnisses von Triest und der Polizei von Udine, die sie vor zwei Wochen verhaftet hatte, an die österreichische Justizwache übergeben. Dann wurde die Mordverdächtige in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht.

   Mit der Auslieferung haben die italienischen Behörden jede Zuständigkeit in dem Fall verloren, berichtete Massimiliano Ortolan, Chef der mobilen Polizeieinheit aus Udine, der APA. In Arnoldstein hielt sich die 32-Jährige knapp zwei Stunden auf. Die heimischen Beamten wollten unter anderem Fingerabdrücke der Frau abnehmen und weitere bürokratische Formalitäten erledigen. Die Verdächtige war in einem Kombi nach Arnoldstein gebracht worden. Insgesamt war sie in Begleitung von gut einem Dutzend italienischer Beamter.

   Gegen 13.00 Uhr traf Goidsargi E. C. in der Justizanstalt in Klagenfurt ein. "Sie wird wie jede andere auch routinemäßig in der Frauenabteilung untergebracht, es gibt keine Extrawürste", sagte der Leiter der Justizanstalt, Peter Bevc, auf APA-Anfrage. Für den Nachmittag war noch eine Einvernahme per Videokonferenz von der Staatsanwaltschaft Wien vorgesehen. Bereits an diesem Wochenende soll die verdächtige Eissalon-Besitzerin nach Wien überstellt werden.

   Goidsargi E. C. kündigte unterdessen den italienischen Behörden gegenüber an, ein Buch über ihren Fall schreiben zu wollen. Die Spanierin dankte den Polizeibeamten für die menschliche Behandlung bei ihrer Verhaftung vor zwei Wochen in Udine und fragte nach ihren Namen, weil sie sie in ihr Buch eintragen wolle. Den Polizisten sagte die 32-Jährige, sie sei über die Auslieferung an Österreich erleichtert, weil sie mit besseren Haftbedingungen als im Gefängnis von Triest rechne. Die Spanierin hatte zwei Wochen in einer 15 Quadratmeter großen Zelle mit weiteren vier Insassen verbracht und über Schlafprobleme geklagt. Die Frau ist im zweiten Monat schwanger.

   Auch ihr Verteidiger Arthur Machac meinte, seine Mandantin werde in Wien wesentlich bessere Haftbedingungen als in Triest haben. Machac kündigte an, die 32-Jährige am Montag zu besuchen. Am Wochenende seien keine Besuche im Gefängnis erlaubt, berichtete der Anwalt. Vor der Auslieferung traf Goidsargi E. C. noch am Donnerstag ihre Mutter, die aus Barcelona angereist war. Sie erhielt dafür eine Sondergenehmigung, weil im Gefängnis von Triest eigentlich der Freitag als Besuchstag vorgesehen ist.

   Goidsargi E. C. soll ihren deutschen Ehemann im Jahr 2008 ermordet haben. Ihr Ex-Freund, der seit November des Vorjahres vermisste Oberösterreicher Manfred H., soll im vergangenen November getötet worden sein. Nach den Morden soll die Frau die Leichen zerstückelt, in Plastiksäcke gepackt und im Keller ihres Eissalons in Wien einbetoniert haben.