Erstellt am 28. März 2011, 07:12

Kernschmelze in Fukushima-Block 2. Im Reaktor 2 des nach der Beben- und Tsunami-Katastrophe havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima eins hat nach Einschätzung der Regierung vorübergehend eine Kernschmelze eingesetzt.

 |  NOEN, TEPCO / HANDOUT (TEPCO)
Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag. Die im dortigen Turbinengebäude im Wasser entdeckte hochgradige Radioaktivität sei auf diese teilweise Kernschmelze zurückzuführen, sagte der Sprecher.

In dem Wasser waren mehr als 1.000 Millisievert pro Stunde gemessen worden. Der Betreiber der Anlage, Tepco, hatte zuvor seine Angaben korrigiert und spricht jetzt noch einer 100.000fach höheren Konzentration als normal. Zuvor war gemeldet worden, die Strahlung sei 10 Millionen Mal höher als sonst.

Nach zahlreichen Rückschlagen, die Reaktoren am Unglücks-AKW Fukushima unter Kontrolle zu bringen, räumte der Tepco am Montag die unsicheren Aussichten für seine Versuche ein, eine Kernschmelze zu verhindern. Leider gebe es keinen konkreten Zeitplan, um klar zu sagen, in wie vielen Monaten oder Jahren die Krise vorbei sei, sagte der Tepco-Vizepräsident Sakae Muto.

An der Börse in Tokio brach die Tepco-Aktie am Montag um 14 Prozent ein. Der Atom-Experte Najmedin Meshkati von der University of Southern California sagte, die Situation sei deutlich ernster, als angegeben. "Das ist deutlich mehr als das, was eine Nation alleine bewältigen kann." Meshkati forderte ein Eingreifen des UNO-Sicherheitsrates.