Erstellt am 09. Januar 2012, 13:59

"Kettenphantom" Anfang Februar in St. Pölten vor Gericht. Für das Verfahren gegen einen in Niederösterreich als "Kettenphantom" bekanntgewordenen Montenegriner stehen nun die Verhandlungstermine fest.

Der Mann muss sich am 1. und 2. Februar am Landesgericht St. Pölten vor einem Geschworenensenat unter Vorsitz von Richterin Andrea Humer verantworten, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Michaela Obenaus-Zimmel, am Montag.

Zahlreiche Zeugen dürften vor Gericht aussagen, so Obenaus-Zimmel. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 54-Jährigen, der seit Juli 2010 in Untersuchungshaft sitzt, bis zu 20 Jahre Haft. Laut einem Gutachten gilt er als voll zurechnungsfähig. Bei der Festnahme in Belgrad im März 2010 hatte er sich laut Polizei geständig gezeigt und als Motiv für seine Taten chronischen Geldmangel angegeben. Die Kriminalisten stuften den Verdächtigen als "internationalen Schwerverbrecher" ein.

Der 54-Jährige soll im Mai 2009 in Pöchlarn (Bezirk Melk) eine Frau in ihrem Haus überfallen, um Bargeld und Schmuck beraubt und stundenlang in der Sauna angekettet haben. Im September folgten zwei Einbruchsdiebstähle im südlichen Niederösterreich. Auch ein brutaler nächtlicher Einbruch am 30. September in St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) soll auf das Konto des Mannes gehen: Der mutige Hausbesitzer entging damals einem Schuss in Kopfhöhe um Haaresbreite, in einem zurückgelassenen Rucksack fanden Ermittler Diebesgut von anderen Einbrüchen.

Zum dramatischen Höhepunkt der Serie kam es am 18. Oktober 2009 in Stetteldorf am Wagram (Bezirk Korneuburg), als ein Paar die laut Polizei wohl schrecklichsten Stunden seines Lebens durchmachte. Es wurde mehrmals mit dem Umbringen bedroht, die Frau schließlich gefesselt zurückgelassen. Den Mann nahm der Täter mit dessen Pkw mit und kettete ihn dann an einem Hochstand an.