Erstellt am 15. Oktober 2012, 13:09

Kindesmisshandlung: Baby entlassen. Jenes nur wenige Monate alte Mädchen, bei dem im September in Güssing schwere Verletzungen durch Misshandlung festgestellt worden waren, hat das Krankenhaus vergangenen Freitag verlassen.

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Im September ist im südburgenländischen Bezirk Güssing ein Fall von Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Das dabei schwer verletzte knapp drei Monate alte Mädchen befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung, es durfte das Spital am Freitag verlassen, teilte Simone Pfandl-Pichler, Sprecherin der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz am Montag auf Anfrage mit. Das Baby wurde nun zu Pflegeeltern gebracht. In ein paar Wochen soll auch ihr fast 16 Monate alter Bruder in diese Pflegefamilie kommen, so die Leitende Sozialarbeiterin des Landes, Bettina Horvath.

Ob das Mädchen bleibende Schäden von den zahlreichen Verletzungen wie Knochenbrüche, Prellungen und Blutergüsse davontragen werde, sei noch unklar. Man müsse die Entwicklung des Kindes abwarten, erklärte Pfandl-Pichler.

Der Bruder des Mädchens blieb von Misshandlungen verschont. Er wurde zunächst zu einer Krisenpflegefamilie gebracht. "Die beiden Geschwister haben bereits Kontakt zueinander gehabt. Es wird weitere Treffen geben, damit sich die Kinder wieder langsam aneinander gewöhnen können. Das ist ein schleichender Übergang", erläuterte Horvath.

Wann genau die Zusammenführung stattfinden werde, hänge von den beiden ab. "Bei der Dauer wird natürlich Rücksicht auf die Kinder genommen. Aber das merkt man ganz gut, wenn der Zeitpunkt da ist", sagte die Leitende Sozialarbeiterin.

Die jungen Eltern der beiden Kinder wurden nach einer Untersuchung, bei der die Verletzungen von Ärzten festgestellt worden waren, festgenommen. Sie befinden sich seither in Untersuchungshaft. Ein Haftprüfungstermin fand bereits statt, die U-Haft wurde verlängert. Die nächste Haftprüfungsfrist endet laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt am 4. November.

Die Familie lebte vor ihrem Umzug im März in den südburgenländischen Bezirk Güssing in der Steiermark. In beiden Bundesländern erhielt sie regelmäßigen Besuch von Familienintensivbetreuerinnen und Sozialarbeitern. Von den Verletzungen wusste bis zu besagter Untersuchung jedoch niemand etwas, sie wurden nicht bemerkt.