Erstellt am 26. September 2012, 12:50

Kräuter: "Wehinger völlig unglaubwürdig". Die SPÖ stellt die Glaubwürdigkeit eines Zeugen in der Inseratenaffäre um Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide S) infrage.

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Konkret hält sie den früheren ÖBB-Personenverkehr-Vorstandsdirektor Stefan Wehinger, der Faymann und Ostermayer in der Inseratenaffäre belastet, für "völlig unglaubwürdig". Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter berief sich am Mittwoch in einer Aussendung u.a. auf einen Bericht der Staatsanwaltschaft.

Offenkundig befinde sich Wehinger auf einem "Rachefeldzug", seinen Vorwürfen würden alle anderen Zeugen von Ex-ÖBB-Vorstand Martin Huber abwärts unmissverständlich widersprechen, meinte Kräuter.

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer bezieht sich in seiner Aussendung auf einen Bericht der Staatsanwaltschaft zur Zeugenaussage Wehingers. Demnach hätten sich mehrere Punkte der Aussage Wehingers als "objektiv unrichtig, bzw. zumindest unvollständig herausgestellt".

Die Staatsanwaltschaft verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Wehinger von einem Schaden für die ÖBB durch eine Mehrbelastung der Mitarbeiter aufgrund der "Kronen"-Kampagne spricht. Diese hätten die Beschwerden, die im Zuge der Kampagne an Faymann, der sich dabei als Bahn-Ombudsmann vermarktete, gerichtet wurden, bearbeiten müssen. Wehinger hat es aber - so die Staatsanwaltschaft - unterlassen, anzugeben, dass Leasingmitarbeiter für diesen Zweck eingestellt und deren Lohnkosten vom Verkehrsministerium übernommen wurden.

Weiters seien seine Angaben, der von der ÖBB bezahlte Betrag von 630.000 Euro brutto für die Kampagne sei in weiterer Folge an die ÖBB Personenverkehr AG weiterverrechnet worden, durch Hubers Angaben und insbesondere durch die Mitteilung der ÖBB Holding AG, wonach eine solche Weiterverrechnung nicht erfolgt sei, "widerlegt".

Die Staatsanwaltschaft wollte den Bericht am Mittwoch auf Anfrage nicht kommentieren.