Erstellt am 03. April 2012, 11:37

Kurz schlägt Hausbesuche bei Migrantenfamilien vor. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz startet ein Hausbesuchsprogramm. Dabei sollen geschulte Mitarbeiter "bildungsfernen Migrantenfamilien" Hilfestellung bieten. Diese Helfer sollen aus der jeweiligen Community stammen, einmal wöchentlich zu Besuch kommen und die Eltern befähigen, ihre Kinder mit speziellen Spiel- und Lernmaterialien selbstständig zu fördern.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz startet ein Hausbesuchsprogramm. Dabei sollen geschulte Mitarbeiter "bildungsfernen Migrantenfamilien" Hilfestellung bieten. Diese Helfer sollen aus der jeweiligen Community stammen, einmal wöchentlich zu Besuch kommen und die Eltern befähigen, ihre Kinder mit speziellen Spiel- und Lernmaterialien selbstständig zu fördern.

Dieses Konzept wurde in den 1970er Jahren in Israel entwickelt und hat mittlerweile Nachahmer etwa in den USA, Australien, Argentinien und in der Schweiz gefunden. Eine Langzeitstudie in der deutschen Stadt Nürnberg ergab, dass 98 Prozent der teilnehmenden Kinder den Schuleintritt erfolgreich geschafft haben und 35 Prozent bis zur Matura kamen. Die Zahl der Schulabbrecher lag deutlich unter jener von nicht betreuten Kindern.

Motiviert von diesen Ergebnissen wurde in Wien-Meidling im Vorjahr ebenfalls ein Pilotversuch gestartet. Ergebnis laut Kurz: Bereits nach vier Wochen werden die Fortschritte "auffällig", konkret beginnen die Mütter Deutsch in Alltagssituationen zu sprechen. Vier von fünf Kindern zeigen Lernerfolge. Daher wird das Projekt nun deutlich ausgeweitet. An 18 Standorten in Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten und der Steiermark starten nun Hausbesuche. In Wien werden vier weitere Bezirke einbezogen. Die Kosten werden vom Staatssekretariat mit 300.000 Euro beziffert.

Die Grünen haben am Dienstag das bisherige Wirken von Integrationsstaatssekretär Kurz anlässlich seines nahenden einjährigen Amtsjubiläums bewertet und können diesem durchaus Positives abgewinnen. Sie orten aber nach wie vor gravierende strukturelle Defizite in der österreichischen Integrationspolitik. Die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun begrüßte die Existenz eines entsprechenden Staatssekretariats an sich und fand lobende Worte für Kurz' Aktivitätslevel; Kritik übte sie aber am "falschen Leistungsmythos", den Kurz und seine Partei propagierten.