Erstellt am 20. Januar 2016, 12:26

von APA Red

Land schult Gemeinden für Katastrophenfall. Im Burgenland bietet die Landessicherheitszentrale (LSZ) den Gemeinden eine Schulung für Krisen- und Katastrophenfälle an.

 |  NOEN, BVZ
Bei dem zweitägigen Seminar soll den Kommunen vermittelt werden, wie sie mit ihren Ressourcen umgehen können, erläuterte LSZ-Geschäftsführer Ernst Böcskör, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Gemeinden seien ebenso gefordert

Katastrophen wie Hochwasser, Starkwind oder technische Einsatzszenarien seien im Burgenland bisher erfahrungsgemäß auf Bezirksebene bewältigt worden. Von den Bezirkshauptmannschaften wurden Krisenstäbe gebildet und Einsatzleiter bestellt, um die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Jedoch seien im Hinblick auf die örtliche Bevölkerung auch die Krisenverantwortlichen in den Gemeinden gefordert, sagte Böcskör.

Im Mittelpunkt der Schulung stehe die integrierte Stabsarbeit. Im Katastrophenfall seien viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Dazu bedürfe es einer geordneten Struktur, alle Akteure müssten wissen, wo ihr Platz ist.

Deshalb erfolge bei dem zweitägigen, gemeinsam mit der Akademie Burgenland veranstalteten Seminar auch eine Ressourcendarstellung von der Polizei über die Feuerwehr bis hin zu Unterstützungsleistungen durch das Bundesheer. Dazu gehören auch ein Planspiel in Form einer mehrstündigen praktischen Übung sowie Information über die Öffentlichkeitsarbeit im Krisenfall.

Eisregen im Dezember 2014 als Vorbild

In einem Krisenstab benötige man bei vollem Umfang in der Regel neben dem Einsatzleiter zumindest sechs weitere Stabsfunktionen, erklärte Böcskör. Zusätzlich brauche es Personal, um bei längerer Dauer eines Ereignisses eine Vertretung gewährleisten zu können.

Auf Gemeindeebene werde man jedoch aufgrund der geringeren Ressourcen eher einen Rumpfstab rund um einen Einsatzleiter bilden, der die Entscheidungen treffen muss und die Verantwortung trägt.

Best-Practice-Beispiel für Krisenmanagement sei der Einsatz beim Eisregen im Dezember 2014 in der Gemeinde Forchtenstein, über den Bürgermeisterin Friederike Reismüller (SPÖ) berichten wird, so Böcskör. Katastrophen könnten jederzeit passieren - das Führen in Krisen und Katastrophen müsse vorher erlernt werden, erklärte Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ).

Man wolle deshalb die Gemeinden in Seminaren vorbereiten. Für ihn sei Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) "eigentlich der Krisenmanager des Jahres", sagte Tschürtz. Zapfl habe beim Flüchtlingsansturm in Nickelsdorf mit seinem Team "Einzigartiges zusammengebracht" und "perfektes Krisenmanagement" geleistet.