Erstellt am 30. August 2015, 18:32

Lenker will Schlepper auf A4 gesehen haben. Ein ungarischer Fernfahrer will den Lkw, in dem am Donnerstag im Bezirk Neusiedl im Burgenland 71 tote Flüchtlinge entdeckt wurden, bereits am Mittwochvormittag auf der Ostautobahn (A4) gesehen haben.

 |  NOEN, APA
Auch gab er gegenüber dem Internetportal "Index.hu" an, dass er bei der Pannenbucht auf der Autobahn einen Schlepper gesehen habe. Das berichtete das Portal am Sonntag. Der Fernfahrer hätte sich demnach bei "Index.hu" gemeldet und erklärt, er sei aus Deutschland kommend nach Ungarn unterwegs gewesen, als er bei Parndorf den parkenden Lkw auf der Gegenfahrbahn wahrnahm.

Dabei habe er am Mittwoch gegen 9.45 Uhr einen Mann gesehen, der die Hintertür des Lkw zuschlug. Dann sei dieser Mann panikartig zur Beifahrerseite eines vor dem Lkw abgestellten Pkw gelaufen und sei davongefahren.

Schlepper auf Foto wiedererkannt

Als er am Donnerstag von der Tragödie erfuhr, sei ihm klar gewesen, dass er bei seiner Beobachtung jenen Augenblick wahrgenommen habe, in dem der Schlepper bemerkte, dass alle Menschen im Lkw tot waren, sagte der Fernfahrer dem Nachrichtenportal. Am Samstag verhängte das Kreisgericht in Kecskemet Untersuchungshaft über vier festgenommene Verdächtige. Medien berichteten darüber und veröffentlichten Fotos der Männer. Auf einem will der Fernfahrer jenen Mann erkannt haben, der im Burgenland mit dem Auto vom Lkw davongefahren war.

Laut "Index" gab der Fernfahrer zudem an, dass er den Lkw bereits am Mittwoch gegen 9.45 Uhr auf der Ostautobahn entdeckt habe. Zunächst waren die Behörden davon ausgegangen, dass sich der Lkw am Mittwochmorgen noch unmittelbar vor der Grenze in Ungarn befunden habe. Er soll erst in der Nacht auf Donnerstag nach Österreich gefahren sein, hieß es von den burgenländischen Ermittlern.

Die Aussage des Fernfahrers wurden vom ungarischen Landespolizeipräsidium nicht kommentiert. Auf Anfrage hieß es von einer Sprecherin lediglich "kein Kommentar". Das Portal "Index.hu" bezeichnete den Fernfahrer als "vertrauenserweckend", erklärte aber zugleich, seine Aussagen nicht kontrollieren zu können. Ob der Mann seine Wahrnehmungen auch der Polizei gemeldet hatte, blieb vorerst unklar.