Erstellt am 31. Juli 2013, 06:48

Letzte österreichische Soldaten vom Golan zurück. Österreichs UNO-Einsatz auf den Golan-Höhen ist nach 39 Jahren zu Ende.

Die letzten 44 Soldaten des österreichischen UNO-Bataillons kehrten in der Nacht auf Mittwoch nach Österreich zurück. Verteidigungsminister Klug empfing die Bundesheer-Soldaten am Flughafen Wien-Schwechat. "Heute wird ein langjähriger und wichtiger Einsatz des österreichischen Bundesheeres beendet", erklärte er.

In den knapp 40 Jahren hätten insgesamt 29.000 Soldaten am Golan gedient, 27 seien im Einsatz gestorben. "Kein anderes Land kann diese Bilanz für den Einsatz im Golan nachweisen", betonte Klug. Die Freude über die Rückkehr der Soldaten habe einen bitteren Beigeschmack, erklärte er und fügte gleich hinzu, damit meine er nicht die Kritik an der Entscheidung zum Abzug. "Ich weiß, Sie hätten ihren Einsatz gerne regulär beendet. Sie hätten Ihren Auftrag bis zum letzten Tag erfüllt und die Stellung auch unter schwierigsten Bedingungen gehalten - das ist das Holz, aus dem österreichische Soldaten und Soldatinnen geschnitzt sind." Er habe die UNO wiederholt auf die Lage im Golan hingewiesen, doch sei es zu keinen Verbesserungen für die Blauhelme gekommen. "Es vergeht kaum ein Tag ohne eine gewalttätige Auseinandersetzung", so Klug über die Situation vor Ort.

Gegenüber der APA erklärte Klug erneut, die Entscheidung zum Abzug sei nicht leicht gewesen, doch drei Voraussetzungen seien für ihn nicht mehr gegeben gewesen, um den Einsatz fortzusetzen: "Die Überparteilichkeit der Blauhelme wird von den Partnern vor Ort nicht mehr außer Streit gestellt, die Versorgung der Soldaten kann ebenso wenig gewährleistet werden wie ihre Sicherheit." Die Lage in der Region habe sich von ihrer ursprünglichen Mission entfernt.

Unter den rückkehrenden österreichischen Blauhelmen befanden sich auch der stellvertretende Kommandant der UNO-Mission, Brigadier Stefan Thaller sowie der stellvertretende National Contingent Commander, Oberstleutnant Volkmar Ertl. Dieser übergab Klug nach der Landung um 2.30 Uhr am Flughafen symbolisch die Österreich-Fahne von den Golan-Höhen.

Die nachfolgenden Truppen von den Fidschi-Inseln und aus Nepal habe man, soweit möglich, in ihre Aufgabe eingewiesen und das Wissen und Knowhow weitergegeben, berichtete Ertl gegenüber der APA. Die Nachfolger seien beeindruckt gewesen von der Infrastruktur, die das österreichische Heer vor Ort hinterlassen habe, sagte Ertl. Auch der stellvertretende Kommandant der UN-Mission, Stefan Thaller zeigte sich stolz auf die Leistungen des Bundesheeres: "Wir können ein ausgezeichnetes Resümee ziehen. Wir konnten uns einbringen und glauben, dem Land wirklich geholfen zu haben."

Mit der Rückkehr der letzten österreichischen Blauhelme endet der fast 40-jährige österreichische Einsatz im Rahmen der UNDOF-Mission. Seit 1974 überwacht die UNO im Rahmen der Mission die Einhaltung des Waffenstillstandes zwischen Syrien und Israel. Österreich war von Beginn an beteiligt und zuletzt mit rund einem Drittel der größte Truppensteller. Aufgrund der sich verschärfenden Sicherheitslage wegen des Bürgerkriegs in Syrien hatte Österreich Anfang Juni angekündigt, seine insgesamt rund 380 Soldaten abzuziehen. Bereits Mitte Juni kehrten die erste Gruppe von Bundesheer-Soldaten zurück.

Die UNDOF-Mission wird trotz des Abzugs der Österreicher weiter bestehen. Das fehlende österreichische Kontingent wird durch Soldaten von den Fidschi-Inseln ersetzt, die nun größter Truppensteller sind. Auch Japan und Kroatien zogen sich heuer von der UNO-Mission zurück. Als einziger westlicher Staat beteiligt an dem Einsatz nun Irland, das im Juli ankündigte 114 Soldaten zu entsenden. Nach dem Abzug der Österreicher sind derzeit laut UNO 1.166 Blauhelme am Golan stationiert. Davon stellen die Fidschi-Inseln 501, Indien 193, die Phillippinen 339, Nepal 130 und Irland 3 Soldaten.

Die Sicherheitssituation bleibt laut UNO unberechenbar. Immer wieder erreichen die Gefechte zwischen der syrischen Armee und den Rebellen die eigentliche demilitarisierte Pufferzone. Die UNDOF setze den UN-Einsatz "in einem extrem schwierigen Einsatzumfeld fort", erklärte der Sprecher der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen, Kieran Dwyer, am Dienstagabend in einer Stellungnahme.