Erstellt am 22. September 2014, 15:24

von APA Red

76 Anzeigen wegen technischer Mängel. Bei Schwerverkehrskontrollen haben Techniker und Polizisten am Wochenende im Burgenland teils haarsträubende Mängel aufgedeckt.

 |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland
Die Beamten zogen unter anderem einen Tanksattelzug, der am Weg durch halb Europa kaum Pausen machte, einen Explosivstoff-Transporter und mehrere Autobusse aus dem Verkehr. Allein wegen technischer Mängel gab es 376 Anzeigen, dazu kamen weitere 1.300 gegen Temposünder.

Von Freitag bis Sonntag waren die Kontrolleure auf der A4 im Bezirk Neusiedl am See täglich jeweils acht Stunden im Einsatz. Neben den Lkw-Kontrollen hatten es die Beamte auch auf Schnellfahrer abgesehen.

Lenkzeiten überschritten

Nach einer Vorauswahl wurden insgesamt 72 Schwerfahrzeuge genauer unter die Lupe genommen. Davon wurde 46 die Weiterfahrt untersagt, 34 Lkw wurden darüber hinaus die Kennzeichen abgenommen, zog Oberstleutnant Andreas Stipsits, der stellvertretende Kommandant der Verkehrsabteilung, Bilanz.

Bei den Kontrollen stoppten die Polizisten auch einen Tanksattelzug, dessen Lenker am Weg von Ungarn nach Amsterdam und retour "fast nonstop" unterwegs gewesen sei. "Auf dem Rückweg haben wir ihn dann angehalten", schilderte Stipsits. "Die letzten 14 Stunden war er durchgehend unterwegs nur mit einer eineinhalbstündigen Pause." Der Mann habe von Mittwoch bis Samstag ständig die Lenkzeiten überschritten. Damit dies nicht so auffällt, habe er zwei Karten für den Tachograf benutzt.

Explosivstoffe als Fracht

Ein anderer Lkw hatte Explosivstoffe geladen. Bei dem Laster stießen die Prüfer auf drei schwere Mängel. "Die Bremsklötze waren teilweise nicht mehr vorhanden", so Stipsits. Auch eine mangelhafte Luftfederung und stark verschlissene Radlager fielen den Beamten auf. Der Lkw sei "wirklich schlimm beinander" gewesen. Da half dem Lenker auch nicht, dass er die erforderliche Qualifikation für den Transport nachweisen konnte.

Immer wieder werden auch Linienbusse beanstandet. Diesmal wurden unter anderem zwei Bussen, die von Serbien nach Westeuropa unterwegs waren, die Kennzeichen abgenommen. Bei der Überprüfung der Bremswirkung waren Unterschiede bis zu 80 Prozent festgestellt worden, erläuterte Stipsits. Bei einer abrupten Bremsung komme ein Fahrzeug damit unweigerlich ins Schleudern.

Indische Passagiere mussten mit Zug weiterreisen

Mehr als 40 indische Passagiere eines tschechischen Busses am Weg von Wien nach Budapest mussten auf die Bahn umsteigen, weil das Fahrzeug in desolatem Zustand war. Auch mit überladenen Lkw und mit Verstößen gegen das Wochenendfahrverbot bekamen es die Beamten zu tun.

An 215 Tagen im Jahr finden im Burgenland Überprüfungen mit den Technikern statt, so der Oberstleutnant: "Diese Kontrollen sind bei uns Standard und werden im Sinne der Verkehrssicherheit auch weiter durchgeführt."