Erstellt am 06. September 2012, 15:56

Lkw war laut Tachograph schneller als ein Jet. Das Fahrzeug wurde von der burgenländischen Polizei bei einer Schwerpunktaktion gestoppt, der Lenker aus dem Verkehr gezogen. Durch Manipulation hatte der Tachograph die Fahrzeiten als Ruhepausen aufgezeichnet.

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Einen Lkw, der - zumindest laut dem im Fahrzeug eingebauten Tachographen - schneller beschleunigte als ein Flugzeug, haben Polizisten bei einer Schwerpunktaktion im Burgenland gestoppt. Die Ursache für den hohen Beschleunigungswert war bald gefunden: An dem digitalen Kontrollgerät war manipuliert worden, so dass es die Lenkzeiten als Ruhezeiten auswies, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Donnerstag. Dadurch wurden die Beschleunigungswerte verändert.

Polizisten zogen am Wochenende einen bulgarischen Sattelschlepper aus dem Verkehr. Bei der Überprüfung erschien zunächst alles normal, schilderte Oberstleutnant Andreas Stipsits von der Verkehrsabteilung. Die Auswertung des Tachographen ließ vorerst keine Übertretung der Lenk- und Ruhezeiten erkennen.

Stutzig wurden die Beamten, als sie auf den Beschleunigungswert von 25 Metern pro Sekundenquadrat stießen. Bei einem Lkw liege dieser laut Polizei durchschnittlich bei etwa einem Meter pro Sekundenquadrat, ein Flugzeug bringe es beim Start auf fünf Meter pro Sekundenquadrat.

Schließlich stellte sich heraus, dass der Tachograph mit einem in der Fahrerkabine versteckten Magneten manipuliert worden war. "Der Magnet verschleiert die tatsächliche Lenkzeit und weist Ruhezeit aus - und in Wirklichkeit wird gefahren", so Stipsits. Der Fahrer zeigte den Beamten schließlich das Versteck des Magneten. Neben einer Verwaltungsstrafanzeige wurde der Mann auch bei der Staatsanwaltschaft wegen Verfälschung eines Beweismittels angezeigt.

Auch der Lenker eines slowakischen Lkw handelte sich eine Anzeige ein: Ihm wiesen die Polizisten nach, dass er seit etwa eineinhalb Monaten unterwegs war, ohne die wöchentlichen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Zur Tarnung wies er gefälschte Urlaubsscheine vor.

Gefälscht waren laut Polizei auch zwei Gefahrgutzulassungen, die der ungarische Fahrer eines Tankwagens vorwies. Nach Rückfrage  bei den Behörden im Nachbarland flog der Schwindel auf. Der Lkw-Lenker musste wegen des Verstoßes gegen das Gefahrgutgesetz eine "sehr hohe" Sicherheitsleistung zahlen, sagte Stipsits. Zudem wurde er ebenfalls angezeigt.