Erstellt am 03. Januar 2011, 13:05

Luftqualität hat sich 2010 massiv verschlechtert. Laut VCÖ wurde in allen Bundesländern der österreichische Jahresgrenzwert überschritten. Insgesamt wurde bei 71 Messstellen eine zu hohe Feinstaubbelastung gemessen.

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Die Luftqualität in Österreich hat sich im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 massiv verschlechtert, wie die aktuelle VCÖ-Feinstaubbilanz zeigt. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass in allen Bundesländern der österreichische Jahresgrenzwert überschritten wurde. Insgesamt wurde bei 71 Messstellen eine zu hohe Feinstaubbelastung gemessen.

Die höchste Belastung weist nach Wien und Graz Wr. Neudorf in Niederösterreich auf. Dort war an 63 Tagen die Feinstaubbelastung zu hoch. Erlaubt sind laut EU 35 Tage, laut österreichischem Gesetz nur 25 Tage. Der VCÖ fordert zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung ein umfassendes Maßnahmenpaket.

„So viel Feinstaub wie im Vorjahr war zuletzt im Jahr 2006 in der Luft. Die Luftqualität hat sich österreichweit im Vorjahr massiv verschlechtert“, fasst VCÖ-Experte DI Martin Blum die aktuelle VCÖ-Feinstaubbilanz für das Jahr 2010 zusammen. Bei 36 Messstellen wurde der EU-Grenzwert überschritten, im Jahr 2009 war das bei nur sechs Stellen der Fall. Der strengere österreichische Grenzwert wurde im Vorjahr bei weiteren 35 Messstellen überschritten.

„Die massive Verschlechterung von Österreichs Luftqualität liegt daran, dass in den Jahren 2008 und 2009 die Wetterbedingungen sehr günstig waren. Feinstaubgrenzwerte müssen aber auch dann eingehalten werden, wenn keine günstigen Wetterbedingungen herrschen“, weist VCÖ-Experte Blum daraufhin, dass die bisherigen Maßnahmen nicht genügend waren. Österreich droht aufgrund der massiven Überschreitungen ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, was hohe Strafzahlungen zur Folge haben kann. Eine hohe Feinstaubbelastung macht krank, verkürzt die Lebenserwartung und führt bei Kindern zu Atemwegserkrankungen, wie Asthma und Bronchitis. Nötig sei daher eine Verringerung des Kfz-Verkehrs in den Ballungsräumen.

„Auch Österreich sollte endlich im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung international erfolgreiche und bewährte Maßnahmen, wie City-Mauten und Umweltzonen einführen“, fordert VCÖ-Experte Blum. Zudem fordert der VCÖ mehr Öffentliche Verkehrsverbindungen für Pendlerinnen und Pendler. Wichtig ist auch die Nachrüstung von Lkw und Baumaschinen mit Partikelfilter und der verstärkte Einsatz von Elektro-Fahrzeugen bei Flotten, wie etwa Taxis und dem öffentlichen Fuhrpark, so der VCÖ.