Erstellt am 16. Juli 2011, 11:44

Maler Markus Prachensky ist tot. Der Maler verstarb in der Nacht auf Samstag im Alter von 79 Jahren nach schwerer Krankheit. Dies teilte die Witwe Brigitte Prachensky dem "Standard" mit.

Prachensky zählte zu den renommiertesten zeitgenössischen Malern Österreichs und war in den 1950ern und 60ern eine der Galionsfiguren der Avantgarde des Landes. So gründete der am 21. März 1932 in Innsbruck geborene Prachensky mit seinen Malerkollegen Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer die Künstlergruppe "St. Stephan".

Ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre entwickelte der Künstler dann eine unverwechselbare, am internationalen Informel orientierte, expressive Malweise und setzte jahrelang nur ein vehementes Rot ein. Später erweiterte er die Palette um die Farben Grün, Violett, Schwarzbraun und Gelb. Mit der 1990er kehre Prachensky allerdings wieder zum Rot zurück. Der Künstler wurde in zahlreichen Einzelausstellung - darunter im Belvedere - gewürdigt und war unter anderem Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich.

Reaktionen: Schmied würdigt "herausragende Persönlichkeit"

Angesichts des Todes von Maler Markus Prachensky hat Kulturministerin Claudia Schmied (S) am Samstag den großen Einfluss des Künstlers hervorgestrichen: "Er gehört für mich zu den herausragendsten künstlerischen Persönlichkeiten, die sich für den Dialog innerhalb von Kunst und Gesellschaft eingesetzt haben", so die Ministerin in einer Aussendung. "Mit seinem Tod hinterlässt er eine große Lücke im künstlerischen Schaffen unseres Landes." Auch habe sich Prachensky nicht nur als Künstler, sondern auch als Mitglied der Kurie für Kunst Verdienste erworben.

"Österreich verliert mit Markus Prachensky eine große Persönlichkeit, die die heimische Nachkriegsavantgarde wie kaum ein anderer Maler in Österreich geprägt hat", zeigt sich ebenfalls in einer Aussendung Außenminister Michael Spindelegger (V) betroffen vom Ableben des Malers: "Prachensky war nicht nur einer der renommiertesten zeitgenössischen Maler unseres Landes, er hat auch durch seine Tätigkeit als Professor an der Wiener Akademie der Bildenden Künste viele andere Künstler und ihre Arbeiten beeinflusst." Prachensky hinterlasse nicht nur in der Kunstlandschaft eine große Lücke: "Mein Mitgefühl gehört in dieser schweren Stunde vor allem seiner Familie."

"Mit ihm verliert Österreich eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Zweiten Republik", erklärte Bundeskanzler Werner Faymann am Samstag zum Tod von Markus Prachensky. "Er war mit seinen weit über die Grenzen bekannten Werken ein wichtiger Vertreter der österreichischen Avantgarde und prägte so auch das Bild unseres Landes in der Welt mit." Der Familie und den Freunden des Verstorbenen übermittelte der Bundeskanzler laut einer Aussendung seine aufrichtige Anteilnahme.