Erstellt am 30. Oktober 2015, 10:31

Mehr als 1.000 Verkehrstote in vergangenen 25 Jahren. Dieser Tage wird der Verstorbenen gedacht. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Burgenland in den vergangenen 25 Jahren allein durch Verkehrsunfälle das Leben von 1.085 Menschen ausgelöscht wurde.

 |  NOEN, Stadtfeuerwehr Oberwart
Heuer verloren bereits 18 Menschen ihr Leben wegen eines Verkehrsunfalls. Der VCÖ spricht sich vor verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren sowie Ablenkung und Unachtsamkeit aus. Zudem kann die Verkehrssicherheit durch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen erhöht werden.
 
"Verkehrsunfälle reißen Menschen aus ihrem Leben. Der Unfalltod ist für Angehörige besonders schlimm. Ein Mensch, mit dem man gestern noch gelacht hat, ist plötzlich nicht mehr da", erinnert VCÖ-Experte Markus Gansterer an den Schmerz der Angehörigen von Unfallopfern. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 1990 Verkehrsunfälle im Burgenland 1.085 Menschen das Leben gekostet haben. "Das sind mehr Menschen als Lutzmannsburg Einwohner hat", verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.

Verkehrssicherheitsmaßnahmen wirken

Die Unfallstatistik zeigt aber auch, dass Verkehrssicherheitsmaßnahmen wirken und wichtig sind. Im Jahr 1990 kamen noch 82 Menschen bei Verkehrsunfällen im Burgenland ums Leben. Seither ist die Zahl der tödlich Verunglückten um mehr als 70 Prozent auf 22 im Vorjahr zurückgegangen. "Die Einführung der 0,5 Promille-Grenze, verstärkte Kontrollen durch die Exekutive, der Mehrphasenführerschein und das Vormerksystem sind nur einige Maßnahmen, die zu weniger Verkehrsunfällen geführt haben.

Und auch die bessere medizinische Versorgung hat die Zahl der Todesopfer verringert", so VCÖ-Experte Gansterer. Heuer sind seit Jahresanfang 18 Menschen bei Verkehrsunfällen auf Burgenlands Straßen ums Leben gekommen.

Zu-Fuß-Gehen sicherer machen

Die Analyse der Unfalldaten der vergangenen 15 Jahre zeigt, dass knapp zwei Drittel der Todesopfer Pkw-Insassen waren. Jedes 8. Todesopfer war Motorrad- oder Mopedfahrer. 11 Prozent der Todesopfer waren Fußgänger. Der VCÖ betont, dass im Ortsgebiet mit Verkehrsberuhigung, einem dichten Netz an Gehwegen sowie sicheren Straßenübergängen die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger deutlich erhöht werden kann.

Im ländlichen Raum ist die Infrastruktur für das zu Fuß gehen auszubauen: "Jede Bushaltestelle soll über einen Gehweg sicher erreichbar sein. Und jede Siedlung soll mit einem Geh- und Radweg mit dem nächstgelegenen Ort verbunden sein", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Öffentlicher Verkehr erhöht Sicherheit

Auch durch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen kann die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden. Bahn und Bus sind um ein Vielfaches sicherer als das Auto oder Moped und Motorrad. Diese Maßnahmen scheitern oft an finanziellen Engpässen. Der VCÖ schlägt daher vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für diese Verkehrssicherheitsmaßnahmen zweck gewidmet werden.
 
Die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle ist nach wie vor Schnellfahren. Heuer passierten in Österreich 30 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle deshalb, weil der Unfalllenker zu schnell gefahren ist. Ein zunehmendes Problem für die Verkehrssicherheit ist die Benützung des Mobiltelefons während des Autolenkens.

Gegen Handy am Steuer

"Beim Autolenken mit dem Handy zu telefonieren ist kein Kavaliersdelikt. Wer das macht, reagiert so langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Wer im Internet surft hat sogar eine so schlechte Reaktion wie ein Alkolenker mit zwei Promille", verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ fordert daher, dass Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen wird.

Statistik im Burgenland

 
1.1-29.10.2015: 18 Verkehrstote
 
Jahr 2014: 22 Verkehrstote
Jahr 2013: 17 Verkehrstote
Jahr 2012: 30 Verkehrstote
Jahr 2011: 21 Verkehrstote
Jahr 2010: 20 Verkehrstote
 
Jahr 2009: 24 Verkehrstote
Jahr 2008: 29 Verkehrstote
Jahr 2007: 33 Verkehrstote
Jahr 2006: 21 Verkehrstote
Jahr 2005: 36 Verkehrstote
 
Jahr 2004: 34 Verkehrstote
Jahr 2003: 52 Verkehrstote
Jahr 2002: 37 Verkehrstote
Jahr 2001: 52 Verkehrstote
Jahr 2000: 49 Verkehrstote
 
Jahr 1999: 42 Verkehrstote
Jahr 1998: 39 Verkehrstote
Jahr 1997: 47 Verkehrstote
Jahr 1996: 53 Verkehrstote
Jahr 1995: 72 Verkehrstote
 
Jahr 1994: 60 Verkehrstote
Jahr 1993: 63 Verkehrstote
Jahr 1992: 68 Verkehrstote
Jahr 1991: 64 Verkehrstote
Jahr 1990: 82 Verkehrstote
 
Gesamt: 1.085 Verkehrstote
 
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015