Erstellt am 19. Oktober 2011, 13:44

Mehr Gewalt und Anstieg bei Hackerangriffen. Mit einer Zunahme der Gesamtkriminalität um 0,8 Prozent und einer steigenden Aufklärungsquote wartet die Anzeigen-Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) für die ersten drei Quartale 2011 auf.

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Handlungsbedarf ortet die Exekutive laut einer Aussendung vom Mittwoch bei Internetkriminalität, Einbrüchen und Gewaltdelikten. Ein Beispiel: Im Vergleich zu 2010 schnellte die Zahl der Hackerangriffe von 86 auf 162 hoch, was einem Anstieg von 88 Prozent entspricht.

Die Anzahl der Gewaltdelikte ist in Österreich leicht steigend. In den ersten drei Quartalen 2011 wurden insgesamt 45 vollendete und 80 versuchte Morde zur Anzeige gebracht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 40 Morde und 79 Mordversuche angezeigt. Die Aufklärungsquote 2011 beträgt 92 Prozent. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ist um 6,1 Prozent gestiegen. In den ersten neun Monaten 2010 wurden diesbezüglich 27.909 Delikte angezeigt, 2011 waren es bis Ende September 29.616 Fälle.

Kontinuierlich angestiegen sind die Meldungen im Bereich der IT-Kriminalität. Insgesamt 3.433 Delikte wurden angezeigt, im Vergleichszeitraum 2010 waren es noch 3.081. Eine starke Zunahme hat es im Bereich "Phishing" gegeben. Die Kriminalitätsform "Phishing" bezeichnet den Versuch, Internetnutzern Geheimdaten (zum Beispiel für Online-Banking, Auktionsplattformen oder Onlineshops) zu entlocken. So scheint in den ersten drei Quartalen 2009 keine Anzeige auf, im Vergleichszeitraum 2010 waren es 41 und 2011 bereits 93 Anzeigen.

Bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser ist längerfristig ein Rückgang (Jänner bis September 2009: 15.821 Anzeigen), jedoch im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2010 ein geringer Anstieg von 11.334 auf 11.668 Anzeigen im Vergleichszeitraum 2011 festzustellen. Sinkend ist die Einbruchskriminalität im Osten Österreichs. Im Burgenland machte der Rückgang 9,5 Prozent aus, in Niederösterreich 7,9 Prozent und in Wien 0,4 Prozent. "Diese Zahlen zeigen, dass unsere Maßnahmen im Osten greifen", so Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts.

Das Fazit der gesamten Statistik: Insgesamt 398.724 Anzeigen wurden bis Ende September österreichweit erstattet - ein Zuwachs von 3.338 Fällen, der sich in allen Bundesländern - ausgenommen Wien und Kärnten - bemerkbar machte. In der Bundeshauptstadt wurden 3,5 Prozent und in Kärnten 2,7 Prozent weniger Delikte angezeigt. 171.851 Fälle wurden geklärt, das entspricht einer Aufklärungsquote von 43 Prozent. In den ersten drei Quartalen 2010 lag diese Quote bei 40,5 Prozent.