Erstellt am 08. Oktober 2013, 13:18

Messerstiche in Nachtklub - Zwei Jahre teilbedingt. Ein burgenländischer Geschworenensenat musste am Dienstag ans Landesgericht Wiener Neustadt „übersiedeln“, um einen Mordversuchsprozess abzuhandeln.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Der Grund: Das Eisenstädter Gericht wird umgebaut, die Haftsache muss aber erledigt werden. Einer rumänischen Prostituierten (23) wird vorgeworfen, dass sie eine Freundin und Kollegin mit zwei Messerstichen töten habe wollen. Ein Urteil wird für den späteren Nachmittag erwartet.

In der Nacht auf den 19. März 2013 war es in einem Rotlichtetablissement in Draßburg (Bezirk Mattersburg) zwischen den beiden Frauen zu einem Streit gekommen. Er endete damit, dass die eine Rumänin mit zwei Messerstichen in Oberkörper und Rücken ins Krankenhaus eingeliefert, gegen die flüchtige Täterin ein europäischer Haftbefehl erlassen wurde. Zwei Tage später wurde diese im italienischen Udine gefasst.

"Wollte sie nicht einmal verletzen"

Im Prozess beteuerte die Angeklagte, dass sie ihrer Freundin – „wir kennen uns seit der Kindheit und sind wie Schwestern“ – nie und nimmer etwas antun haben wollen. „Es ist aus Unachtsamkeit passiert, ich wollte sie nicht einmal verletzen.“ Die Frauen waren sich nach „Dienstschluss“ wegen Eifersüchteleien und familiärer Angelegenheiten in die Haare geraten sein. Es eskalierte, als die Beschuldigte plötzlich ein Keramikmesser in der Hand hielt.

Das Opfer legte als Zeugin Fürbitte für die Angeklagte ein – für diese der wichtigste Milderungsgrund. „Haben Sie der Angeklagten verziehen“?, wollte der Richter wissen. – „Ich war nie böse auf sie“, antwortete die Zeugin.
Laut gerichtsmedizinischem Gutachten hatte für das Opfer keine Lebensgefahr bestanden.
 
Verurteilung am Dienstagnachmittag


Im Prozess beteuerte die Angeklagte, dass sie ihrer Freundin – „wir kennen uns seit der Kindheit und sind wie Schwestern“ – nie und nimmer etwas antun haben wollen. „Es ist aus Unachtsamkeit passiert, ich wollte sie nicht einmal verletzen.“ Die Frauen waren sich nach „Dienstschluss“ wegen Eifersüchteleien und familiärer Angelegenheiten in die Haare geraten. Die Situation eskalierte, als die Beschuldigte plötzlich ein Keramikmesser in der Hand hielt.

Laut gerichtsmedizinischem Gutachten hatte für das Opfer keine Lebensgefahr bestanden. Die Frau legte als Zeugin Fürbitte für die Angeklagte ein, was für diese den wichtigsten Milderungsgrund darstellte. „Haben Sie der Angeklagten verziehen?", wollte der Richter wissen. „Ich war nie böse auf sie“, antwortete die Zeugin.

Die Geschworenen verwarfen schließlich die Mordversuchsanklage. Sie entschieden stattdessen mit 6:2 Stimmen auf absichtliche schwere Körperverletzung. Das Urteil ist rechtskräftig.