Erstellt am 03. April 2012, 13:57

Milchmarkt stabil, Molkereien mit weniger Gewinn. Nach dem Krisenjahr 2009 hat sich der heimische Milchmarkt im vergangenen Jahr weiter stabilisiert.

Aufgrund höherer Preise lieferten die Bauern mit 2,9 Millionen Kilogramm Milch (+4,4 Prozent) so viel wie schon lange nicht mehr. Der Strukturwandel setzte sich aber weiter fort: Die Zahl der Milchbauern ging um 3,2 Prozent auf 35.400 zurück.

Bei den Milchkühen gab es einen Rückgang um ein Prozent auf 527.400. Wegen Überlieferung der Milchquote müssen die österreichischen Milchbauern laut AMA für 2011/12 mindestens 33 Mio. Euro Strafe nach Brüssel zahlen. Im Vorjahr war nur eine Strafzahlung von 5,8 Mio. Euro fällig.

Die Molkereien konnten nach eigenen Angaben die höheren Bauernmilchpreise nicht vollständig an den Handel weitergeben. Die Gewinne 2011 waren "leider sehr minimal", sagte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Chef der Kärntner Milch, Helmut Petschar, am Dienstagvormittag in Wien. Das bereinigte Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) in Prozent der Betriebsleistung ging auf 0,5 (1,2) Prozent deutlich zurück.

Die 91 Milch verarbeitenden Betriebe steigerten den Umsatz 2011 dank gestiegenen Preise für Milchprodukte und einer höheren Verarbeitungsmenge um 6 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Die Exporte legten wertmäßig um 6,8 Prozent auf 969,9 Mio. Euro zu, die Importe stiegen um 9,4 Prozent auf 584 Mio. Euro.

Die Erlöse der größten heimischen Molkerei Berglandmilch erhöhten sich im Vorjahr um 7,8 Prozent auf 830 Mio. Euro, die NÖM-Umsätze gingen leicht auf 330 Mio. Euro (-1,5 Prozent) zurück und bei der Gmundner Milch wurde mit 180 Mio. Euro ein Plus von 5,9 Prozent verzeichnet. Die Alpenmilch Salzburg steigerte die Umsätze um 9,7 Prozent auf 125 Mio. Euro und die Salzburger Käserei Gebrüder Woerle um 5,6 Prozent auf 113 Mio. Euro. In den vorläufigen Umsatzzahlen der Molkereien sind keine Auslandsbeteiligungen einberechnet.

Die heimischen Milchbauern profitierten im vergangenen Jahr erneut von gestiegenen Milchpreisen, nachdem sie im Milchkrisenjahr 2009 enorme Einkommenseinbußen hinnehmen mussten. Die österreichischen Molkereien haben die Auszahlungspreise im Jahresschnitt für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen (inkl. Mehrwertsteuer) von 35,5 Cent/kg auf 39,6 Cent/kg im Jahr 2011 (+9,4 Prozent) erhöht. Der Preis für Milch mit 3,7 Prozent Fettgehalt (ohne Steuern) stieg von 30,3 auf 34 Cent/kg. Im laufenden Jahr senkten bereits einige Molkereien wieder ihre Milchpreise.

Das durchschnittlich ausbezahlte Milchgeld pro Bauer stieg 2011 um 16,6 Prozent auf 34.246 Euro. Die Milchanlieferung erhöhte sich im Schnitt um 7,9 Prozent auf 82 Tonnen pro Jahr und Milchbauer. Ab Ende März 2015 dürfen die Milchbauern in der EU ohne Mengenbeschränkungen produzieren.