Erstellt am 06. Februar 2013, 00:00

„Mobbing von unten“. Krankenpflegeschule Oberwart / Exklusiv: Gutachten zum Mobbing-Fall bestätigt Direktorin Dolmanits. Lehrer sollen jetzt verwarnt werden.

 |  NOEN, Bgld. Landesmedienservice
Von Wolfgang Millendorfer

Die Lage in der Krankenpflegeschule in Oberwart bleibt angespannt. Die Mobbing-Diskussion zwischen Direktorin Karin Dolmanits und Teilen der Lehrerschaft zog nach dem BVZ-Artikel der Vorwoche ein weiteres Eingreifen der Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES) und deren Mobbingbeauftragter Brigitte Schmidl-Mohl nach sich.

Bericht: Direktorin sollte  „abgeschossen“ werden

Diese hatte bereits im Dezember des Vorjahres einen Bericht zur „Causa Pflegeschule“ verfasst, der der BVZ nun exklusiv vorliegt. Unter anderem wird darin festgehalten, dass die Direktorin durch die Beschwerden der Lehrer und mittels eines gemeinsamen Anwaltsbriefes an die KRAGES „abgeschossen“ werden sollte. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass es sich eher um „Mobbing von unten“ handle (siehe Faksimile).

Dennoch gibt es in der Krankanpflegeschule Lehrer – und auch Schüler –, die anderer Ansicht sind. Wie berichtet, sprechen einzelne Pädagogen davon, dass mit ihnen nicht korrekt umgegangen werde. Von „mangelnder Konfliktfähigkeit“ der Direktorin ist ebenso die Rege wie von „Eingriffen ins Persönlichkeitsrecht“. Das gehe bis zum Verbot von Schokolade, klagte eine Lehrkraft. Karin Dolmanits, die vor mehr als zwei Jahren ihr Amt angetreten ist, verteidigt sich im Gespräch mit der BVZ: „Ich habe natürlich einige Änderungen vorgenommen und weiß, dass man es nicht allen recht machen kann. Es gibt aber Spielregeln, die man einhalten muss.“

Frech: „Wollen, dass wieder Ruhe einkehrt“ 

Unterstützung bekommt Dolmanits aus der KRAGES-Zentrale in Eisenstadt. Geschäftsführer Hannes Frech: „Es gab nie Untersuchungen gegen die Direktorin, immer nur Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen.“

Dass die KRAGES in der Angelegenheit zu spät eingegriffen habe, will sich Frech nicht vorwerfen lassen. Der Geschäftsführer persönlich ist dieser Tage in Oberwart vor Ort, um zu deeskalieren. Kündigungen stehen laut Frech keine an, aber: „Dass es entsprechende Belehrungen oder auch Verwarnungen gibt, ist nicht ausgeschlossen.“