Erstellt am 01. Oktober 2014, 07:04

von Claudia Hochwarter und Vanessa Bruckner

Schwerer Reifenwechsel. Ab November wird Reifenwechseln für Besitzer von Neuwägen deutlich komplizierter. Ein neues Kontrollsystem tritt in Kraft, selbst Wechseln ist dann nicht mehr so einfach.

Neu für Neuwagen. Ab November 2014 müssen alle Neuwagen über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen.  |  NOEN, zVg
Ab November 2014 müssen alle Neuwagen laut EU-Verordnung ein sogenanntes Reifendruckkontrollsystem eingebaut haben. Zwei Systeme gibt es dabei: ein direktes und ein indirektes. Welches von beiden zum Einsatz kommt, ist, zumindest laut der Richtlinie ECE-R 64, nicht relevant. Einzig die Funktionalität muss gegeben sein.

Alte Sensoren müssen ausgelesen und überprüft werden

Was allerdings sehr wohl relevant ist: Den Selbermachern wird bei direkten Systemen aufgrund der komplizierten Sensorik der Reifenwechsel erschwert.

Denn dann ist es nicht mehr nur mit Schrauben lösen, Reifen runter, Reifen rauf, Schrauben festziehen, ein paar Kilometer fahren und Schrauben nachziehen getan. Dann gestaltet sich die Prozedur etwas aufwendiger: Alte Sensoren müssen ausgelesen und überprüft, neue an das Steuergerät angelernt, sowie deren Funktionsweise kontrolliert werden.

Auch Werkstätten müssen sich auf die Verordnung vorbereiten

Ebenso müssen alle Einzelteile wie Ventile und Dichtungen gewartet werden. Das kann nicht nur teuer werden, sondern dann kann es bei fehlendem Know-how und Material so gut wie unmöglich werden, seine Reifen selber zu wechseln. Autofahrer von Neuwagen werden so wohl gezwungen, den Reifenwechsel von einem Fachmann durchführen zu lassen.

Welches Reifendruckkontrollsystem am Ende tatsächlich zum Einsatz kommt, ist, laut Porsche Oberwart, vom Motor abhängig: Bei höher motorisierten Fahrzeugen wird man eher das direkte finden, bei Autos mit weniger PS das indirekte.

Durch die neue Verordnung ändert sich allerdings nicht nur für die Autofahrer einiges, auch KFZ-Werkstätten müssen sich vorbereiten. Personalschulungen und Investitionen in entsprechender Ausstattung sind angesagt, wobei einige bereits gut gerüstet sind. „Wir haben die Systeme schon länger verbaut, daher gibt es keine große Umstellung für uns“, so ein Techniker von Porsche Oberwart.