Erstellt am 05. Februar 2013, 15:03

Niedrigste Kriminalitätsrate im Burgenland. Im Burgenland hat die Polizei im vergangenen Jahr die niedrigste Kriminalitätsrate aller Bundesländer verzeichnet.

 |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka
Mit 10.363 Delikten entfallen nur 1,89 Prozent der österreichweiten Anzeigen auf das östlichste Bundesland. Außerdem habe man mit 50,7 Prozent die zweithöchste Aufklärungsquote. Demnach könne man "mit Fug und Recht" behaupten, dass das Burgenland das "sicherste Bundesland" sei, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Generalmajor Werner Fasching bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Eisenstadt.

Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Anzeigen von 10.391 auf 10.363 leicht zurückgegangen. Vergleiche man die aktuellen Zahlen mit jenen von 2003 - damals wurden 11.191 Delikte in der Statistik erfasst - sei ein "markanter Rückgang" festzustellen, erklärte Landespolizeidirektor Hans-Peter Doskozil.

Einen enormen Anstieg verzeichnete die Exekutive im Vorjahr bei den Aufgriffen illegaler Grenzgänger. 2011 wurden 596 "geschleppte und rechtswidrig eingereiste" Personen im Burgenland gestoppt, 2012 waren es 2.571. 80 Prozent davon wurden im Bezirk Neusiedl am See aufgegriffen, weshalb man im November die Erstadministration nach Eisenstadt verlegt habe, so Doskozil.

Rund 64 Prozent (6.606) der Anzeigen fallen laut dem stellvertretenden Landespolizeidirektor Hofrat Christian Stella in die Deliktsgruppe "Fremdes Vermögen". "Exorbitant" gestiegen seien Diebstähle aus Nebengebäuden, erläuterte Oberst Rainer Erhart, Leiter des Landeskriminalamts. Hier stieg die Zahl von 118 auf 293 Delikte.

91 dieser 293 Delikte habe man in Kooperation mit den ungarischen Kollegen insgesamt drei Tätergruppen zuordnen können. Mehr als 200 seien vermutlich ebenfalls zu 100 Prozent diesen drei Banden zuzuordnen, so Erhart.

Einen Anstieg verzeichnete man im Vorjahr auch bei Fahrrad- und Buntmetalldiebstählen. Stabil sei die Zahl der Diebstähle in Wohnungen, bei Wohnhäusern habe man ebenfalls einen Rückgang festgestellt. Auch im Bereich der Suchtmittelanzeigen seien die Zahlen "leicht rückläufig". Dies liege allerdings daran, dass man sich mehr auf die Dealer als auf die Konsumenten konzentriere.

Trotz der niedrigsten Kriminalitätsrate fühlen sich die Burgenländer nicht besonders sicher. Seit wenigen Tagen sind deshalb Fußstreifen unterwegs, um das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken.