Erstellt am 03. Januar 2011, 09:56

Österreicher bei ehrenamtlicher Tätigkeit im EU-Spitzenfeld. Die EU hat 2011 zum Jahr des Ehrenamts erkoren. Aus diesem Anlass befragte das Zentrum für Zukunftsstudien der FH-Salzburg 1.000 Personen, was sie vom Ehrenamt halten.

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Hierzulande engagieren sich beachtliche 44 Prozent der über 15-Jährigen in diversen Handlungsfeldern der Freiwilligenarbeit. Damit liegt Österreich im EU-Spitzenfeld, wo der Durchschnitt nur bei etwa 23 Prozent liegt, so Popp.

Die rund drei Millionen ehrenamtlich tätigen Österreicher investieren pro Jahr ca. 720 Millionen Stunden. Dies entspricht der Arbeitsleistung von rund 400.000 Vollzeitbeschäftigten. Die Jahres-Lohnkosten dieser beachtlichen Zahl würden mindestens 16 Milliarden Euro pro Jahr betragen.

Der typische Österreicher mit real existierendem, freiwilligem Engagement kommt aus der Mittel- bzw. Oberschicht, hat einen größeren Freundes- und Bekanntenkreis und ist gut sozial integriert. Menschen mit höherer Bildung engagieren sich deutlich häufiger ehrenamtlich als Menschen mit niederen Bildungsabschlüssen. So beträgt die Freiwilligenquote bei Menschen mit Pflichtschulabschluss etwa 33 Prozent, bei Menschen mit Hochschulabschluss jedoch etwa 54 Prozent.

In den unterschiedlichen Bereichen des Ehrenamts rangiert mit 517.000 Personen Kunst-Kultur-Unterhaltung auf dem ersten Platz, gefolgt von rund 475.000 im Spektrum Sport und Bewegung. Auf Platz 3 findet sich mit etwa 430.000 Freiwilligen der kirchlich-religiöse Bereich, von den Pfarrgemeinderäten bis hin zu Frauen-, Männer- und Jugendorganisationen. Platz 4 erobern die rund 413.000 Aktivisten bei Katastrophenhilfe, Feuerwehren und Rettungsdiensten.

Nach Bundesländern gereiht, sind in Sachen Ehrenamt Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich und Vorarlberg Spitzenreiter. Im Mittelfeld liegen die Steiermark, Kärnten und das Burgenland. Schlusslichter sind Wien und Salzburg. Generell liegt die Freiwilligenquote im Bereich größerer Städte signifikant niederer als in ländlichen Lebensräumen.

Im Gegensatz zu den einschlägigen Vorurteilen liegt der Anteil der Engagierten bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren mit 44 Prozent genau beim Durchschnittswert aller Altersgruppen. Dagegen sinkt der Anteil der Ehrenamtlichen bei der Altersgruppe 65-plus deutlich ab. Besonders engagiert sind die 20- bis 24-Jährigen (mit etwa 47 Prozent) und die 40- bis 49-Jährigen mit beachtlichen 50 Prozent. Ein deutlicher Trend bei jungen Menschen geht in Richtung zeitlich begrenzter Initiativen, Projekten und selbst organisierten Gruppen. Dies lässt immer mehr traditionelle Organisationen über Nachwuchssorgen im Bereich der kontinuierlichen Vereinsarbeit klagen.