Erstellt am 21. Februar 2012, 12:58

Opfer von Daten-Skimming in Österreich steigen. Im internationalen Vergleich war Österreich, was Fälle von Daten-Skimming (Ausspähen von Bankdaten) angeht, bis dato eine Insel der Seligen. 2011 hat es allerdings eine Verdoppelung der Verdachtsfälle gegeben - und auch 2012 ist der Trend steigend, hieß es am Dienstag aus dem Bundeskriminalamt.

Fälle gab es heuer bereits in der Steiermark, in Niederösterreich und in Wien.

In der Bundeshauptstadt fasste die Polizei zwei verdächtige Bulgaren, die Kameras an einem Bankomaten anbringen wollten. Im Schnitt gab es in der Vergangenheit weniger als zehn Verdachtsfälle pro Jahr. 2010 wurden in Österreich acht Skimming-Fälle gezählt, 2011 waren es bereits doppelt so viele.

Für die Täter sind zwei Faktoren wichtig: Sie müssen die Daten von den Magnetkarten auslesen und an den PIN-Code kommen. Dafür werden kleine Vorsatzgeräte montiert, die die Daten von den Magnetstreifen kopieren. Damit werden später gefälschte Karten angefertigt. Durch zusätzlich montierte Minikameras werden dann die Codes ausspioniert, so BK-Sprecher Helmut Greiner.

Allerdings komme dieser Art von Manipulation in Österreich sehr selten vor. Wenn das passiert, dann besteht immer ein internationaler Bezug: Eine Tätergruppe ist für die Daten-Beschaffung zuständig, eine andere versucht dann damit im Ausland zu Geld zu machen.

Laut Greiner kommen Skimming-Attacken hierzulande vorwiegend im Indoor-Bereich, also in Bank-Foyers vor. Hintergrund sei, dass die Outdoor-Bankomaten österreichweit von einer Firma betrieben werden, die rasch reagiert und Plastiklippen am Kartenschlitz angebracht hat, die ein Anbringen eines Magnetkartenauslesegeräts nicht zulässt.

Häufiger sei hingegen das simple Ausspähen mit anschließendem Taschendiebstahl oder Trickbetrug. Noch lasse sich nicht erkennen, ob es die Kriminalisten in Österreich mit einer Bande oder mehreren Einzeltätern zu tun haben.