Erstellt am 11. Februar 2013, 18:52

Papst-Rücktritt für Schönborn "kein Präzedenzfall". Kardinal Christoph Schönborn ist davon überzeugt, dass der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. eine persönliche Entscheidung sei und dass es sich daher um keinen "Präzedenzfall" handelt.

Daher müsse dieses Beispiel auch nicht unbedingt Schule machen, gab er am Montag in einer Pressekonferenz zu bedenken. "Papst Benedikt ist und bleibt ein Freund Österreichs", zollte Schönborn Respekt.

Erst am Donnerstag hat Schönborn Papst Benedikt persönlich in Rom bei einer größeren Audienz gesehen, vom Rücktritt allerdings auch erst am Montag erfahren, erzählte dieser. Bei einem Besuch der anthropologischen Sammlung im Naturhistorischen Museum in Wien sei der Anruf knapp vor Mittag erfolgt. Schönborn ist überzeugt, dass nur wenige Tage vor dem offiziellen Amtsende Benedikts am 28. Februar das Konklave beginnen wird. "Sicher im März" dürfte dann auch ein Nachfolger feststehen.

Ob Schönborn selbst ein solcher Nachfolger sein werde, beantwortete dieser erneut erwartungsgemäß nicht. Aber: "Alle, die ins Konklave gehen, können auch gewählt werden - aber das ist jetzt kein Thema." Ob die Zeit reif für einen Papst etwa aus Afrika oder Lateinamerika sei? Im Lauf der Geschichte habe es viele Päpste aus Asien oder Nordafrika gegeben, meinte er dazu. Fest stehe jedenfalls: "Die Wahl des Papstes ist eine Persönlichkeitswahl."

"Der Rücktritt Papst Benedikt XVI. ist ein welthistorisches Ereignis", heißt es in der Erklärung Schönborns, welche dieser verlas. Über dessen Pontifikat könnte als Motto stehen: "Sammlung, Besinnung auf das Wesentliche." Schönborn würdigte zudem auf Nachfrage die "Klarheit", mit der Benedikt XVI. das Thema Missbrauch angegangen sei. Im Umgang mit der Säkularisierung habe er "mutige und entscheidende Impulse" gegeben. Und im Falle der Pius-Bruderschaft habe er versucht, einen "Weg der Versöhnung" zu gehen, weil er einen endgültigen Bruch habe verhindern wollen.

Bundespräsident Fischer zollte Papst Benedikt XVI. am Montag Respekt. Die Rücktrittserklärung hält er für "ein großes menschliches Zeichen von Verantwortungsbewusstsein", hieß es in einer Stellungnahme. US-Präsiden Obama und seine Ehefrau Michelle dankten Papst Benedikt XVI. für die Zusammenarbeit in den vergangenen vier Jahren.