Erstellt am 21. Februar 2013, 12:00

Pferdefleisch: Hersteller werden kontrolliert. In burgenländischen Fleischproduktionsbetrieben werden ab Donnerstag als Maßnahme nach dem Fund von nicht deklariertem Pferdefleisch in zwei Kärntner Wurstsorten, Proben gezogen.

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Das teilte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S) bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit. Bereits am 11. Februar wurde nach Auffliegen des Skandals eine bundesweite Schwerpunktaktion gestartet. Dabei wurden im Burgenland zwölf Proben gezogen, erste Ergebnisse werden vermutlich am Freitag vorliegen.

Vom Bund seien für jedes Bundesland drei bis fünf Proben vorgegeben worden. "Österreichweit sind schon über 100 Proben an die Untersuchungsanstalt eingelangt", berichtete Maria Schiechl von der Lebensmittelaufsicht. Seitens des Landes wolle man die Ergebnisse abwarten und dann die Schwerpunktaktionen entsprechend erweitern bzw. mehr Proben ziehen, erklärte sie.

Rezar forderte eine "lückenlose Dokumentation und einen lückenlosen Nachweis" von Herkunft, Züchtung, Produktion, Verarbeitung Verpackung bis hin zum Verkauf. "Das ist unabdingbar und das ist letztendlich die Lehre aus diesem Skandal."

Außerdem benötige man "natürlich noch eine ganz glasklare Wareneingangskontrolle der Lebensmittelbetriebe. Die muss umfassender, die muss dichter werden", erläuterte er. Vor allem brauche man aber eine "viel, viel bessere Ausnützung der Strafen." Derzeit gebe es in diesem Zusammenhang bis zu 20.000 Euro Strafrahmen, im Wiederholungsfall bis zu 40.000 Euro. Aus der Erfahrung wisse man, dass im Regelfall in der Realität diese Strafen in einem "sehr bescheidenen Umfang - 100 bis 350 Euro" verhängt worden seien. "Das ist mehr eine Streicheleinheit als eine wirkliche Bestrafung."

Parallel und begleitend müssten laut dem Landesrat zusätzliche Maßnahmen eingesetzt werden. "Ich denke in etwa an die Möglichkeit des Gewerbeentzuges, aber auch an die Möglichkeit des Entzuges der Hygienezulassung." Das wären abschreckende und effiziente Maßnahmen, um in Zukunft derartige Dinge zu verhindern, so Rezar. Man müsse nicht nur die Konsumenten schützen, sondern auch all jene, die sich "absolut gesetzeskonform verhalten".

"Man muss hier wirklich die schwarzen Schafe entsprechend separieren und aus diesem Kreislauf entfernen, um künftig sicherzustellen, dass unsere Konsumenten das bekommen, was letztendlich auch auf den einzelnen Lebensmitteln draufsteht."

Konsumentenschutzlandesrätin Verena Dunst (S) sprach von einer "Schweinerei" und Irreführung, zog allerdings aus dem aktuellen Aufreger auch etwas Positives: "Diese Skandale machen Lebensmittelproduktionen nur wieder sicherer". Sie kündigte Maßnahmen an, um dem Konsumenten vor Augen zu führen, in welchem Ausmaß regionale Lebensmittel im Vergleich zu Billigprodukten "wirklich teurer seien". Denn schützen könne sich der Verbraucher nur, indem er sich auf Kennzeichnung und Herstellerland verlassen könne und auf regionale Produkte zurückgreife.