Erstellt am 14. Juni 2011, 15:48

Pilgerwege für Touristen reaktiviert. Die zunehmende Beliebtheit mehrtägiger Wanderungen entlang einstiger Pilgerwege will das Burgenland touristisch besser nützen.

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Im Rahmen des grenzüberschreitenden, österreichisch-ungarischen Projekts "Pilgrimage" auf Basis der Europäischen territorialen Zusammenarbeit (früher Interreg III) sollen daher alte Routen neu belebt und die bestehenden rund 1.500 Kilometer langen Pilger- und Wanderwege im Burgenland vernetzt werden, so Tourismuslandesrätin Michaela Resetar (V) am Mittwoch.

Geplant ist eine Hauptroute, die vom ungarischen Celldömölk über Köszeg sowie Rattersdorf und Lockenhaus bis nach Mariazell in die Steiermark führt. Auch eine Strecke im Norden von Sopron über Forchtenstein und eine im Süden von Vasvar über Körmend und Güssing haben jeweils den steirischen Marienwallfahrtsort als Ziel. Die Fertigstellung des gesamten Netzes soll bis Ende 2012 erfolgen. Von den Gesamtkosten in Höhe von knapp 760.000 Euro übernimmt das Burgenland rund 114.000 Euro.

Als Leadpartner fungiert die Regionalmanagement Burgenland GmbH (RMB), Partner sind außerdem das Regionalmanagement Mitte, Niederösterreich-Werbung und das ungarische Komitat Vas. Zunächst sollen einmal die Routen mit Gemeinden, Tourismusverbänden und Großgrundbesitzern abgestimmt werden, erläuterte Thomas Böhm vom RMB.

Es gehe auch darum, das Markieren und Beschildern im Einverständnis mit den Betroffenen durchzuführen. "Mittlerweile etabliert sich ein europaweites Beschilderungssystem mit Kilometer-und Stundenangaben", so Böhm. Parallel dazu beginnen erste Maßnahmen, um Angebote für Touristen zu entwickeln. Ein Vorläuferprojekt war bereits 2005 mit Hilfe der damaligen Interreg-Förderung gestartet worden.

Entlang der Routen wolle man mit Wirten und Beherbergungsbetrieben eine Kooperation beginnen, um sie auf die sich von anderen Gästen unterscheidenden Bedürfnisse von Pilgern und Wallfahrern einzustellen. Dazu gehörten beispielsweise Trocknungsmöglichkeiten für Kleider und Schuhe oder die Bereitstellung von Lunchpaketen, so Landesrätin Resetar. Im Hinblick auf die vielen ungarischen Gäste sollen auch zweisprachige Speisekarten erstellt werden.

Außerdem werden Pilgerwegsbegleiter ausgebildet. Beim Regionalmanagement Mitte habe man damit schon begonnen. "Wir werden das übernehmen", meinte Böhm. Dabei möchte man mit der Diözese Eisenstadt kooperieren. Kartenmaterial und Broschüren sollen den Wanderern die Übersicht über das Wegenetz erleichtern.